{"id":1688,"date":"2017-02-02T08:44:02","date_gmt":"2017-02-02T07:44:02","guid":{"rendered":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/?post_type=youhelp&#038;p=1688"},"modified":"2025-07-11T09:35:00","modified_gmt":"2025-07-11T07:35:00","slug":"warum-gibt-es-eigentlich-zeugnisse","status":"publish","type":"youhelp","link":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/help\/warum-gibt-es-eigentlich-zeugnisse\/","title":{"rendered":"Warum gibt es eigentlich Zeugnisse?"},"content":{"rendered":"<p>Es ist wieder soweit: Am Freitag gibt es Zeugnisse. Bei der Beurteilung des Leistungsstandes in den einzelnen Schulf\u00e4chern k\u00f6nnten Leid und Freunde &nbsp;kaum n\u00e4her beinander liegen. Wenn die einen gl\u00fcckselig und voller Stolz nach Hause gehen, ist f\u00fcr manch anderen jeder Schritt gen Heimat einer zu viel \u2013 oder es ist einem halt egal. Nichtsdestotrotz: Die Wichtigkeit von Zeugnissen kann man der heutigen Welt nicht absprechen. Es lohnt sich also, der Herkunft von Zeugnissen und ihrem Sinn genauer auf den Grund zu gehen.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zeugnisse: Eine Erfindung der Neuzeit?&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p>Zeugnisse ziehen sich durch unser Schulleben. Wo fr\u00fcher noch in den ersten Klassen schriftliche Beurteilungen wie \u201eSie ist aufmerksam und hilfsbereit.\u201c oder aber \u201eSeine Konzentration l\u00e4sst zu w\u00fcnschen \u00fcbrig.\u201c g\u00e4ngig waren, wird man sp\u00e4ter mit reinen Noten f\u00fcr seine Leistung konfrontiert. Das war aber schon nicht immer so.<\/p>\n<p>Erst im 18. Jahrhundert wurden Zeugnisse \u201eerfunden\u201c. Schulen erlebten im Zuge der Reformation einen \u201eBoom\u201c, man besann sich mehr auf die denkerischen F\u00e4higkeiten des Menschen. Damals konnte man sich aber noch m\u00fcndlich Meinungen zum Lehrling einholen \u2013 meist war dies aber f\u00fcr die Ausbildung gar nicht interessant. Warum nun also Zeugnisse?<\/p>\n<p><strong>Vom Empfehlungsschreiben zur Eintrittskarte in die Schule<\/strong><\/p>\n<p>Zeugnisse waren eine Art Empfehlungsschreiben, sogenannte Benefizienzeugnisse. Sie erm\u00f6glichten Sch\u00fclern aus \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnissen, die Lateinschule zu besuchen. Pfarrer oder Vertreter der Administration h\u00e4ndigten allerdings keine Noten aus, sondern beurteilten Tugenden wie Flei\u00df oder den Charakter. Sp\u00e4ter erst bekamen Zeugnisse die Zulassungsfunktion: Hier wurden zuk\u00fcnftige Schulen, aber auch das Kind und die Eltern \u00fcber den Wissensstand und die Begabung unterrichtet.&nbsp;<\/p>\n<p>Mit der Einf\u00fchrung der Schulpflicht kam um 1800 auch der Nachweis des Schulabschlusses hinzu, der sogenannte \u201eSchulentlassungsschein\u201c. Dieser enthielt ebenfalls Beurteilungen \u00fcber das Verhalten und best\u00e4tigt den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern das Ende der Schulpflicht. Im sp\u00e4teren Verlauf entwickelte sich dieses auch als Maturit\u00e4tszeugnis zur Immatrikulation an der Universit\u00e4t und er\u00f6ffnete neue berufliche M\u00f6glichkeiten im h\u00f6heren Staatsdienst.&nbsp;<\/p>\n<p><span><strong>Kopfnoten als Bewertung des Verhaltens im Unterricht<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Heute geh\u00f6ren Zeugnisse zum schulischen und universit\u00e4ren Alltag. Es gibt Versetzungszeugnisse, Halbjahreszeugnisse, Abschlusszeugnisse, Abgangszeugnisse und Ausbildungsabschnittszeugnisse. Ein Leben ohne Zeugnisse? Heute undenkbar. Wir sind daran gew\u00f6hnt, dass unsere Leistung bewertet wird.&nbsp;<\/p>\n<p>Benotet werden aber nicht nur die schulischen Leistungen wie das Wissen und Engagement im Unterricht, auch Kopfnoten, die \u00fcber das Sozial- und Arbeitsverhalten, aber auch allgemeines Benehmen des Sch\u00fclers oder der Sch\u00fclerin Aufschluss geben, gibt es. Nicht relevant f\u00fcr die Versetzung, jedoch vermitteln sie Eltern oder potentiellen Arbeitgebern einen Eindruck vom Verhalten. Wir wissen nun, dass diese Beurteilung der Anfang der Zeugnisse im 18. Jahrhundert war. Warum diese jedoch heute noch teilweise von Bedeutung ist, h\u00e4ngt mit der deutschen Geschichte zusammen.<\/p>\n<p><strong>Kopfnoten sind abh\u00e4ngig vom Bundesland<\/strong><\/p>\n<p>Kopfnoten stammen noch aus dem Schulsystem der DDR, wo man Ordnung, Mitarbeit, Flei\u00df und Betragen beurteilte. In einigen Bundesl\u00e4ndern wurden sie abgeschafft, in anderen existieren sie heute noch \u2013 denn Bildung ist Aufgabe der einzelnen L\u00e4nder. In Nordrhein-Westfalen wurden die Kopfnoten so nach nur drei Jahren 2010 mit dem Wechsel zur rot-gr\u00fcnen Landesregierung wieder abgeschafft.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was tun bei ungerechten Noten?<\/strong><\/p>\n<p>Nicht immer sind wir mit der Notengebung der Lehrer zufrieden. Oft haben wir den Eindruck, dass sie ungerecht ist und nicht neutral gegeben wurde. Selbst wenn es eine faire Beurteilung ist, m\u00fcssen wir aber noch lange nicht mit ihr zufrieden sein \u2013 schlie\u00dflich h\u00e4ngt die weitere berufliche Entwicklung vom Zeugnis ab.&nbsp;<\/p>\n<p>Die Stadt D\u00fcsseldorf hat zu diesem Anlass die <a href=\"https:\/\/youpod.de\/de\/beitraege\/2012\/02\/nummer-gegen-zeugniskummer\">Nummer gegen Zeugniskummer<\/a> eingerichtet. Dort finden Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler wie auch Eltern ein offenes Ohr und Expertenwissen. Fachleute geben Antworten auf rechtliche Fragen oder helfen bei Problemen mit der weiteren Schullaufbahn.<\/p>\n<p><strong>Jetzt seid ihr gefragt: Findet ihr Noten gerechtfertigt? Seid ihr zufrieden? W\u00fcrdet ihr lieber in einem System ohne Beurteilung leben? Wie gef\u00e4llt euch euer Zeugnis?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Schreibt eure Gedanken in die Kommentare oder auf Instagram, Twitter oder Facebook unter dem Hashtag #d\u00fcsselzeugnis&nbsp;<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist wieder soweit: Am Freitag gibt es Zeugnisse. 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