{"id":1711,"date":"2011-11-08T15:21:19","date_gmt":"2011-11-08T14:21:19","guid":{"rendered":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/?post_type=youhelp&#038;p=1711"},"modified":"2025-07-11T09:35:02","modified_gmt":"2025-07-11T07:35:02","slug":"nikotin-und-rauchen","status":"publish","type":"youhelp","link":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/help\/nikotin-und-rauchen\/","title":{"rendered":"Nikotin und Rauchen"},"content":{"rendered":"<p>Raucher oder Nichtraucher, das muss jeder f\u00fcr sich entscheiden. Wie stark du deine Gesundheit gef\u00e4hrdest, h\u00e4ngt nat\u00fcrlich davon ab, wie viele Zigaretten du t\u00e4glich rauchst. Mehr \u00fcber Nikotinkonsum und seine Folgen erf\u00e4hrst du hier.\n<\/p>\n<p><b>Was ist Nikotin?<\/b>\n<\/p>\n<p>Nikotin ist ein fl\u00fcssiges Gift der Tabakpflanze. Es ist farblos, wasserl\u00f6slich und hat einen bet\u00e4ubenden Geruch. Nikotin kann auch synthetisch hergestellt werden. Sogenanntes Rohnikotin wird als Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfungsmittel in Landwirtschaft und Gartenbau eingesetzt.\n<\/p>\n<p>Die Tabakpflanze, in der das Nikotin enthalten ist, geh\u00f6rt zu den Nachtschattengew\u00e4chsen und wird vorwiegend in subtropischen Gebieten angebaut. Getrocknet und geschnitten wird die Pflanze zu Zigaretten, Zigarren oder Pfeifentabak verarbeitet. Tabak bzw. Nikotin ist eine legale Droge, die auf den K\u00f6rper und die Gef\u00fchle des Menschen wirkt.\n<\/p>\n<p><b>Rauchen, Schnupfen, Kauen<\/b>\n<\/p>\n<p>Nikotin bzw. Tabak wird als Zigarette, Zigarre oder Pfeifentabak geraucht. Das Schnupfen geriebenen Tabaks oder das Kauen von Tabakbl\u00e4ttern ist heute sehr selten geworden. Zigarettenrauchen ist mit gro\u00dfem Abstand die h\u00e4ufigste Form, Nikotin zu konsumieren. Der Raucher reguliert die Nikotinzufuhr durch die H\u00e4ufigkeit und St\u00e4rke des Zugs an der Zigarette. Leichte Zigarettenmarken mit geringem Nikotingehalt f\u00fchren daher meist zu h\u00f6herem Konsum oder kr\u00e4ftigerem Einatmen des Rauchs.\n<\/p>\n<p><b>Die Wirkung<\/b>\n    <\/p>\n<p>Nikotin gelangt \u00fcber die Schleimh\u00e4ute in die Blutbahn und so ins Gehirn. Von dort beeinflusst es das gesamte Nervensystem und kann sowohl anregende als auch entspannende Wirkung haben. Nikotin wirkt sehr schnell.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n    Beim ersten Konsum reagiert der Mensch in der Regel mit \u00dcbelkeit und Schwindel. Doch der K\u00f6rper gew\u00f6hnt sich schnell an Nikotin. <\/p>\n<p>Raucher beschreiben folgende angenehme Wirkungen:\n<\/p>\n<ul>\n<li>    Beruhigung bei Nervosit\u00e4t<\/li>\n<li>Entspannung<\/li>\n<li>Anregung bei M\u00fcdigkeit<\/li>\n<li>Verringerung von Hungergef\u00fchlen<\/li>\n<li>Gef\u00fchl der Geborgenheit und Souver\u00e4nit\u00e4t<\/li>\n<li>Selbstsicherheit <\/li>\n<\/ul>\n<p>\n    Gleichzeitig sind k\u00f6rperliche Reaktionen messbar, wie zum Beispiel\n<\/p>\n<ul>\n<li>    Verengung der Blutgef\u00e4\u00dfe<\/li>\n<li>Blutdruckanstieg<\/li>\n<li>schnellerer Herzschlag<\/li>\n<\/ul>\n<p>\n<b>Akute Gefahren<\/b>\n    <\/p>\n<p>Nikotin ist ein hochwirksames Nervengift. Zun\u00e4chst regt es die Nervenzellen an, sp\u00e4ter wirkt es l\u00e4hmend. Die t\u00f6dliche Dosis von 50 Milligramm wird bei einem Erwachsenen durch Rauchen nicht erreicht, da Nikotin im K\u00f6rper durch die Leber sehr schnell wieder abgebaut wird.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n    Die Nikotinmenge einer Zigarette w\u00fcrde &#8211; auf einmal eingenommen eine schwere Vergiftung zur Folge haben. F\u00fcr Kinder ist diese Menge t\u00f6dlich.\n<\/p>\n<p><b>Langfristige Gesundheitssch\u00e4den durch Nikotin<\/b>\n<\/p>\n<p>    Nikotin verursacht Gef\u00e4\u00dfverengungen, die Herz- und Kreislaufsch\u00e4den zur Folge haben. Das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu bekommen, wird erh\u00f6ht. Durch mangelhafte Durchblutung des K\u00f6rpers kann die Sehkraft nachlassen. Verschl\u00fcsse in den Blutgef\u00e4\u00dfen der Beine verursachen das sogenannte Raucherbein, das im schlimmsten Fall amputiert werden muss.\n    <\/p>\n<p><b>Langfristige Gesundheitssch\u00e4den durch Teer und andere Schadstoffe<\/b>\n    <\/p>\n<p>Neben dem Nikotin enth\u00e4lt der Tabakrauch noch weitere Schadstoffe. Etwa 40 davon sind krebserregend, unter anderem der Teer. Diese winzigen Teerteilchen setzen sich in den Lungen und Bronchien ab und sch\u00e4digen bzw. zerst\u00f6ren dort die Flimmerh\u00e4rchen, die die Atemluft filtern. Die Atemorgane werden anf\u00e4llig f\u00fcr Bakterien und Viren. Starker Husten und chronische Bronchitis sind die ersten Anzeichen f\u00fcr eine Sch\u00e4digung der Atemwege. Lungenkrebs gilt als typische Raucherkrankheit. <\/p>\n<p>Man geht davon aus, dass 85 Prozent aller Menschen, die an Lungenkrebs sterben, Raucher sind.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n    Kohlenmonoxid ist ein weiterer gef\u00e4hrlicher Bestandteil des Tabakrauchs. Das giftige Gas gelangt ins Blut und wird dort anstelle des lebenswichtigen Sauerstoffs an die roten Blutk\u00f6rperchen gebunden. Sauerstoffmangel ist die Folge.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n    Rauchen verringert langfristig die seelische und k\u00f6rperliche Leistungsf\u00e4higkeit und verk\u00fcrzt die Lebenserwartung. Etwa 90.000 Menschen sterben jedes Jahr an tabakbedingten Krankheiten.\n    <\/p>\n<p><b>Gesundheitssch\u00e4den auf einen Blick<\/b>\n<\/p>\n<ul>\n<li>    Erh\u00f6hte Krankheitsanf\u00e4lligkeit durch chronische Bronchitis<\/li>\n<li>Schwere Atemnot durch Lungenbl\u00e4hung (Emphysem)<\/li>\n<li>Lungen- und Bronchialkrebs, Kehlkopf- oder Mundh\u00f6hlenkrebs<\/li>\n<li>Durchblutungsst\u00f6rungen der Herzkranzgef\u00e4\u00dfe und \u00e4u\u00dferen Gliedma\u00dfen durch Verengung und Verkalkung der Blutgef\u00e4\u00dfe<\/li>\n<li>Raucherbein<\/li>\n<li>Magenschleimhautentz\u00fcndungen, Magengeschw\u00fcre <\/li>\n<\/ul>\n<p>\n<b>Passivrauchen<\/b>\n    <\/p>\n<p>Nichtraucher rauchen passiv mit. Da der Raucher nur etwa ein Viertel des Tabakrauchs aufnimmt und diesen zum Teil wieder ausatmet, gelangt der Rest des Rauchs in die umgebende Luft. Das ist der ungefilterte Nebenstromrauch der glimmenden Zigarette. Die Schadstoffkonzentration in diesem Rauch ist bis zu 130 mal st\u00e4rker, so da\u00df auch im Raum anwesende Nichtraucher gef\u00e4hrdet sind.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nDamit sind sie den gleichen Gesundheitsrisiken wie die aktiven Raucher ausgesetzt. <\/p>\n<p>F\u00fcr Kinder ist das Passivrauchen besonders gef\u00e4hrlich, denn sie reagieren auf Nikotin und die \u00fcbrigen Schadstoffe weitaus empfindlicher. Kinder von rauchenden Eltern erkranken h\u00e4ufiger an Atemwegsentz\u00fcndungen und Infektionen als Kinder von Nichtrauchern. Passivrauchen wird von einigen Wissenschaftlern als eine Ursache f\u00fcr den Pl\u00f6tzlichen Kindstod gesehen. Wenn Kinder im Raum sind, sollten die Erwachsenen R\u00fccksicht nehmen und nicht rauchen.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n    Schwangere sollten nicht rauchen, da sie alle Schadstoffe \u00fcber den gemeinsamen Blutkreislauf direkt an das ungeborene Kind weitergeben.\n<\/p>\n<p><b>Vom Genuss zur Abh\u00e4ngigkeit<\/b>\n<\/p>\n<p>    Nikotin verursacht rasch eine k\u00f6rperliche und seelische Abh\u00e4ngigkeit. Die k\u00f6rperliche Entw\u00f6hnung von der Droge Nikotin dauert jedoch nur wenige Tage und verursacht nur leichte Entzugserscheinungen. Weitaus st\u00e4rker ist meist die seelische Abh\u00e4ngigkeit vom Rauchen. Viele S\u00fcchtige schaffen es erst, unabh\u00e4ngig zu werden, wenn sich die ersten Gesundheitssch\u00e4den bemerkbar machen.\n<\/p>\n<p><b>Aktueller Konsum<\/b>\n    <\/p>\n<p>Nikotin wurde bislang als Genussmittel gesellschaftlich akzeptiert. ln den letzten Jahren wird der Trend zum Nichtrauchen zunehmend von den Gesundheitsbeh\u00f6rden gef\u00f6rdert. Trotzdem raucht in Deutschland ein Drittel der Bev\u00f6lkerung \u00fcber 15 Jahren (circa 18 Millionen Menschen). Bei den M\u00e4nnern liegt der Anteil bei etwa 35 Prozent, bei den Frauen bei etwa 20 Prozent.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n    Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es weltweit rund 1,1 Milliarden Raucher. Die j\u00e4hrliche Weltproduktion: Tabak mit rund sechs Millionen Tonnen, Zigaretten mit circa 4.700 Milliarden St\u00fcck.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n    Wichtigste Verdienstm\u00f6glichkeit in vielen L\u00e4ndern ist der Tabakanbau, \u00fcber 15 Millionen Bauern und ihre Familien leben davon.\n<\/p>\n<p><b>Die Geschichte des Tabaks<\/b>\n    <\/p>\n<p>Die ersten Hinweise auf den Tabak- bzw. Nikotinkonsum finden sich schon in Darstellungen der Mayas 600 v. Chr. Bei nordamerikanischen Indianern hatte das Tabakrauchen, zum Beispiel beim Rauchen der Friedenspfeife, kultische Bedeutung. Bis zur Entdeckung Amerikas war Tabak nur dort bekannt.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n    Die Tabakpflanze wurde in Mitteleuropa zun\u00e4chst als Heilpflanze verwandt, sp\u00e4ter kam sie auch als Genussmittel in Mode. <\/p>\n<p>Bald mischten sich die lokalen Regierungen in die Tabakwirtschaft ein und vergaben Konzessionen und Monopole. Sie erhoben Z\u00f6lle und Steuern, manchmal, um die Sucht zu bek\u00e4mpfen, aber auch, weil Tabak als lukrative Einnahmequelle erkannt worden war.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n    Zun\u00e4chst wurde Tabak in einer Pfeife geraucht, sp\u00e4ter in Zigarren. Erst seit Ende des 19. Jahrhunderts wurden Zigaretten produziert. Die erste Zigarettenmaschine von 1881 in den USA stellte 200 Zigaretten pro Minute her. Damit wurde der Nikotinkonsum erheblich vereinfacht.\n    <\/p>\n<p><b>Rauchverbote<\/b>\n    <\/p>\n<p>Der Tabak und das Rauchen hatten schon bald zahlreiche Gegner, die diese neue Mode mit teils drastischen Gesetzen unterbinden wollten. So verbot zum Beispiel Zar Michael Feodorowitsch 1634 das Rauchen und bestimmte den  Verlust der Nase als Strafe bei Zuwiederhandlungen. Friedrich der Gro\u00dfe, selbst Raucher, verbot wegen Feuergefahr das Rauchen auf offener Stra\u00dfe. Schon 1651 gab es in W\u00fcrttemberg ein Anbauverbot f\u00fcr Tabak.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n    Das Rauchen ist erst ab 18 Jahren erlaubt.\n<\/p>\n<p><b>Tabaksteuern und Gesetze in Deutschland<\/b>\n     <\/p>\n<p>Auf jeder Zigarettenschachtel und in der Werbung muss die Warnung &#8220;Rauchen gef\u00e4hrdet die Gesundheit&#8221; laut Gesetz erscheinen. Ebenso sind die Hersteller verpflichtet, den Nikotin und Teergehalt einer Zigarette auf der Packung anzugeben.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nTabakwaren d\u00fcrfen nicht an Jugendliche verkauft und nicht von ihnen in der \u00d6ffentlichkeit konsumiert werden. Seit 1974 darf in Radio und Fernsehen nicht mehr f\u00fcr Tabakerzeugnisse geworben werden. <\/p>\n<p><i>Mehr zum Thema lest ihr unter<\/i> <i><a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.rauschfaktor.de\/indexh.html\">www.rauschfaktor.de<\/a><\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Raucher oder Nichtraucher, das muss jeder f\u00fcr sich entscheiden. 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