{"id":1781,"date":"2013-09-24T19:39:37","date_gmt":"2013-09-24T17:39:37","guid":{"rendered":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/?post_type=youhelp&#038;p=1781"},"modified":"2025-07-11T09:35:06","modified_gmt":"2025-07-11T07:35:06","slug":"gluecksspielsucht","status":"publish","type":"youhelp","link":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/help\/gluecksspielsucht\/","title":{"rendered":"Gl\u00fccksspielsucht"},"content":{"rendered":"<p>Immer mehr Jugendliche in D\u00fcsseldorf sind s\u00fcchtig: nach Gl\u00fccksspiel. Sie spielen an schillernden Automaten, l\u00f6sen Wettscheine und setzen Geld beim Online-Roulette. Davon wegzukommen, ist schwierig.\n<\/p>\n<p>Etwas Geld auf den Lieblingsverein setzen, mal ein Rubbellos kaufen oder im Internet pokern \u2013 um Geld spielen macht vielen Jugendlichen Spa\u00df. Doch schnell sind Grenzen \u00fcberschritten. Auch weil sich das Internet und Onlinespiele in den vergangenen Jahren so schnell entwickelt haben, ist die Zahl der Jugendlichen, die Hilfe suchen stark gestiegen. Anja Vennedey leitet das Suchtberatungs- und Therapiezentrum der Diakonie, das sich auch auf Gl\u00fccksspielsucht spezialisiert hat. Sie z\u00e4hlt f\u00fcr das vergangene Jahr 200 Menschen, die sich beraten lassen wollten. <\/p>\n<p>&#8220;Das sind mehr als dreimal so viele wie 2008&#8221;, sagt sie. 10 Prozent davon sind Jugendliche.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nWer stundenlang vor dem Computer sitzt oder immer mal wieder heimlich ins Casino geht, muss nicht gleich s\u00fcchtig sein. Vor allem bei Jugendlichen ist es schwierig, von Sucht zu sprechen, wei\u00df Vennedey. In der Pubert\u00e4t probiere man viel aus. Einige lie\u00dfen das Spielen nach der Experimentierphase wieder sein, andere rutschen in die Sucht. Das bedeutet: Sie spielen, obwohl sie sich im Privaten stark einschr\u00e4nken m\u00fcssen und beispielsweise ihre Familie st\u00e4ndig bel\u00fcgen. <\/p>\n<p>Und sie versuchen, das verlorene Geld durch Weiterspielen wieder rein zu bekommen. S\u00fcchtige haben beispielsweise das Gef\u00fchl, der Gl\u00fccksspielautomat sei ihr einziger Freund. Sie vereinsamen, Freunde wenden sich ab.\n<\/p>\n<p><b>Versteckte Sucht<\/b>\n<\/p>\n<p>Anders als bei Alkoholkranken sieht man Gl\u00fccksspiels\u00fcchtigen ihre Sucht aber nicht an. Sie gehen weiterhin zu Schule, Uni oder Beruf und k\u00f6nnen anderen sehr gut vorspielen, dass alles in Ordnung ist. Familie und Freunde merken deswegen nicht so schnell, dass etwas nicht stimmt. Selbst, wenn sie wissen, dass der Jugendliche viel spielt, denken wenige an eine Sucht.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nSo k\u00f6nnen sich die Schulden h\u00e4ufen. In einer Beratungsgruppe bei der Diakonie sitzt ein 25-J\u00e4hriger, der seit Jahren spielt. <\/p>\n<p>Er hat bei einer Bank gearbeitet, bediente sich dort \u00fcberall und hat mittlerweile 600.000 Euro Schulden. Au\u00dferdem l\u00e4sst sich ein 21-J\u00e4hriger beraten, den der Vater zum Gl\u00fccksspiel gebracht hat. Der junge Mann hat angefangen zu studieren \u2013 mit 70.000 Euro Schulden. Oft sind es \u00fcbrigens tats\u00e4chlich m\u00e4nnliche Jugendliche, die spiels\u00fcchtig werden. Auch Menschen mit Zuwanderungsgeschichte oder einem niedrigen Bildungsstand haben ein erh\u00f6htes Erkrankungsrisiko, sagt die Diakonie.\n<\/p>\n<p><b>Genau hingucken<\/b>\n<\/p>\n<p>Je fr\u00fcher die Beratungsstelle S\u00fcchtige erreicht, desto eher ist ein Ausstieg m\u00f6glich und desto geringer sind die finanziellen, sozialen und beruflichen Folgen. Vennedey r\u00e4t: &#8220;Jeder sollte sensibel sein, wenn um Geld gespielt wird.&#8221; Nicht nur die Familie sollte genau hingucken. Auch Schulen und Jugendfreizeiteinrichtungen sollten \u00fcber das Thema Gl\u00fccksspielsucht aufkl\u00e4ren. &#8220;Sie sollten erkl\u00e4ren, wie die Sucht und das Spielen funktionieren, warum Spielautomaten so schrill aussehen und wie sie geschaltet sind&#8221;, sagt Vennedey. <\/p>\n<p>Viele Lehrer haben das erkannt. Immer mehr Schulen bitten die Diakonie um eine Beratung. In einigen achten und neunten Klassen kommt es n\u00e4mlich h\u00e4ufig vor, dass die Sch\u00fcler nach dem Unterricht in eine Pommesbude gehen und Geld in Automaten stecken.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nWer glaubt, sein Kind oder Freund habe ein Problem, der soll ihn darauf ansprechen. &#8220;Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern gef\u00fchlvoll&#8221;, erkl\u00e4rt Vennedey. Man kann gleichzeitig die Diakonie oder landesweite Infotelefone anrufen und fragen, wie man vorgehen soll. <\/p>\n<p>&#8220;Auf jeden Fall sollte man aktiv werden&#8221;, sagt Vennedey. Aber auch der Betroffene muss sich \u00e4ndern wollen. Er muss merken, dass er das Spielen nicht mehr unter Kontrolle hat. H\u00e4ufig braucht er f\u00fcr diese Erkenntnis einen Ausl\u00f6ser von au\u00dfen: Stress mit Eltern oder dem Partner, Probleme in Schule, Studium oder Beruf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer mehr Jugendliche in D\u00fcsseldorf sind s\u00fcchtig: nach Gl\u00fccksspiel. Sie spielen an schillernden Automaten, l\u00f6sen Wettscheine und setzen Geld beim Online-Roulette. 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