{"id":26681,"date":"2011-11-09T15:10:22","date_gmt":"2011-11-09T14:10:22","guid":{"rendered":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/?post_type=youhelp&#038;p=26681"},"modified":"2025-07-11T09:38:15","modified_gmt":"2025-07-11T07:38:15","slug":"cannabis","status":"publish","type":"youhelp","link":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/help\/cannabis\/","title":{"rendered":"Cannabis"},"content":{"rendered":"<p>Marihuana, Cannabis, Haschisch, Gras &#8211; dieses Kraut hat viele Namen. Seit den 60er Jahren gilt der Stoff vielen als Inbegriff von Freiheit. Die Gedanken vernebeln und abh\u00e4ngig machen kann er dennoch. Hier erf\u00e4hrst du mehr.\n<\/p>\n<p><b>Cannabis-Lieferant Hanf<\/b>\n<\/p>\n<p>    Cannabis ist der lateinische Name f\u00fcr Hanf. Der berauschende Wirkstoff THC Delta-9-Tetrahydrocannabinol wird aus der indischen Hanfpflanze gewonnen. Dieser Stoff ist die Droge in Cannabis, die Stimmungen, Gef\u00fchle und Wahrnehmungen beeinflusst. Haschisch bzw. Marihuana sind illegale Drogen, deren Gebrauch, Handel und Anbau in Deutschland verboten ist. Hanf ist als Grundstoff f\u00fcr die Produktion von Seilen und Stoffen bekannt. Wirkstoffarmer Industriehanf wird inzwischen wieder angebaut und genutzt.\n<\/p>\n<p><b>Cannabis-Produkte &#8211; Haschisch und Marihuana<\/b>\n    <\/p>\n<p>Die beiden bekanntesten berauschenden Cannabis-Produkte sind Haschisch und Marihuana. Haschisch wird auch als &#8220;Dope&#8221; oder &#8220;Shit&#8221; bezeichnet. Er wird aus dem Harz, also dem Pflanzensaft der Hanfpflanze gewonnen und meist zu braunen oder schwarzen Platten und Klumpen gepresst. Seltener ist die Verarbeitung zu konzentriertem Haschisch\u00f6l. Haschisch hat einen THC-Gehalt von f\u00fcnf bis sieben Prozent. Der THC-Gehalt von Haschisch\u00f6l liegt bei zw\u00f6lf bis 60 Prozent. Marihuana wird auch als &#8220;Gras&#8221; bezeichnet. Es besteht aus den getrockneten Bl\u00fcten, Bl\u00e4ttern und Stengeln der weiblichen Hanfpflanze. Der THC-Gehalt betr\u00e4gt ein bis sieben Prozent.\n<\/p>\n<p><b>Joints, Sticks oder Kuchen<\/b>\n    <\/p>\n<p>Vermischt mit Tabak werden Cannabisprodukte meist in selbstgedrehten &#8220;Joints&#8221; oder &#8220;Sticks&#8221; geraucht. Seltener ist das Einbacken in Kuchen und Kekse, die Zubereitung als Tee oder das Rauchen in Wasserpfeifen.\n<\/p>\n<p><b>Die Wirkung<\/b>\n<\/p>\n<p>    Die Wirkung von Cannabis ist individuell sehr unterschiedlich und h\u00e4ngt stark von der momentanen Grundstimmung des Konsumenten ab. Allgemeines Wohlbefinden kann sich zur Heiterkeit steigern, Niedergeschlagenheit wird m\u00f6glicherweise verst\u00e4rkt. Konsumenten berichten von angenehmen Wirkungen wie:\n<\/p>\n<ul>\n<li>    Entspannung und Ausgeglichenheit <\/li>\n<li>ausgepr\u00e4gte Hochgef\u00fchle (High-Gef\u00fchl)<\/li>\n<li>Gespr\u00e4chigkeit und bessere Kontaktf\u00e4higkeit <\/li>\n<li>intensivere Wahrnehmung <\/li>\n<li>Anregung des Appetits (Haschhunger) <\/li>\n<\/ul>\n<p>\n    Bei erh\u00f6htem Konsum oder negativer Grundstimmung treten unangenehme Wirkungen auf:\n<\/p>\n<ul>\n<li>    Ruhelosigkeit <\/li>\n<li>Sinnest\u00e4uschungen<\/li>\n<li>Angst und Panik<\/li>\n<li>Orientierungsverlust<\/li>\n<\/ul>\n<p>\n    Die Wirkung von Cannabis tritt direkt nach dem Konsum ein und kann bis zu vier Stunden anhalten.\n<\/p>\n<p><b>Akute Gefahren<\/b>\n    <\/p>\n<p>Cannabis beeinflusst die Wahrnehmung und Reaktionsf\u00e4higkeit. Die Leistungsf\u00e4higkeit des Kurzzeitged\u00e4chtnisses und das abstrakte Denken werden herabgesetzt. Es besteht erh\u00f6hte Unfallgefahr beim Bedienen von Maschinen und beim Autofahren. Auch die k\u00f6rperliche Leistungsf\u00e4higkeit wird vermindert.\n<\/p>\n<p><b>Langfristige Gesundheitssch\u00e4den<\/b>\n    <\/p>\n<p>Da Cannabis meist geraucht wird, bestehen die gleichen Gesundheitsrisiken wie beim Tabakrauchen. Erkrankungen der Atemwege und Lungenkrebs k\u00f6nnen die Folge sein. Zudem enth\u00e4lt der Rauch eines Joints zahlreiche Schadstoffe, deren Wirkung auf den menschlichen K\u00f6rper noch ungekl\u00e4rt ist. Bei seltenem Cannabiskonsum konnten keine Gesundheitssch\u00e4den festgestellt werden.\n<\/p>\n<p><b>Vom Genuss zur Abh\u00e4ngigkeit<\/b>\n    <\/p>\n<p>Cannabis verursacht keine k\u00f6rperliche Abh\u00e4ngigkeit, denn beim Absetzen der Droge treten keine k\u00f6rperlichen Entzugserscheinungen wie zum Beispiel bei Alkohol auf.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n    Bei h\u00e4ufigem Cannabis-Konsum entwickelt sich langsam eine seelische Abh\u00e4ngigkeit mit dem st\u00e4ndigen Bed\u00fcrfnis, durch die Droge ein bestimmtes Wohlbefinden herzustellen.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n    Der Abh\u00e4ngige f\u00e4llt langfristig in Lustlosigkeit und Verwirrtheit. Diese Pers\u00f6nlichkeits\u00e4nderungen f\u00fchren h\u00e4ufig zu Problemen in Beruf und Familie. Gelegentlich wird der Ausbruch bereits vorhandener psychischer Erkrankungen beg\u00fcnstigt. Cannabiskonsum gilt aber nicht als Ursache solcher Erkrankungen.\n<\/p>\n<p><b>Einstiegsdroge Cannabis?<\/b>\n    <\/p>\n<p>H\u00e4ufig wird Cannabis als Einstiegsdroge zum Konsum h\u00e4rterer Drogen wie Heroin angesehen. Dies kann jedoch nicht best\u00e4tigt werden. Zwar haben etwa 90 Prozent der Heroinabh\u00e4ngigen vorher auch Cannabis konsumiert, aber lediglich f\u00fcnf Prozent der Cannabiskonsumenten steigen auf Heroin um.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n    Da es sich bei Cannabis um eine illegale Droge handelt, besteht immer die Gefahr, durch den Kontakt zur Drogenszene auch leichter an h\u00e4rtere Drogen zu geraten.\n<\/p>\n<p><b>Aktueller Konsum<\/b>\n<\/p>\n<p>    Cannabis ist die am h\u00e4ufigsten konsumierte illegale Droge in Deutschland. Die gesch\u00e4tzte Zahl der Cannabis-Konsumenten liegt zwischen 200.000 und 2,5 Millionen. Nicht alle Menschen, die Cannabis nehmen, sind abh\u00e4ngig. Im Gegenteil &#8211; nur sehr wenige Menschen sind abh\u00e4ngig &#8211; die meisten konsumieren Cannabis nur gelegentlich oder probieren es nur einmal aus. Etwa 20 Prozent der Jugendlichen haben Erfahrung mit Cannabis gemacht.\n<\/p>\n<p><b>Zur Geschichte des Cannabis<\/b>\n    <\/p>\n<p>Die Hanf- bzw. Cannabis-Pflanze kommt urspr\u00fcnglich aus Asien. Sie wird in chinesischen Lehrb\u00fcchern erstmals erw\u00e4hnt. Dort wurde sie\u00a0schon vor Christus als Heilmittel genutzt oder als Rauschmittel eingesetzt, um bei rituellen Handlungen in Ekstase zu gelangen.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n    Im 12. Jahrhundert nach Christus wurde Cannabis auch in Deutschland als Arznei genutzt. Die Erfindung anderer Medikamente verdr\u00e4ngte Cannabis aus der Medizin.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n    Cannabis wurde als bewusstseinserweiternde Droge von zahlreichen K\u00fcnstlern genutzt.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n    Inzwischen ist Cannabis als illegale Droge im Bet\u00e4ubungsmittelgesetz aufgelistet und Anbau, Handel und Konsum verboten.\n<\/p>\n<p><b>Weiche Droge, harte Strafe<\/b>\n    <\/p>\n<p>Von den USA ausgehend entwickelte sich Anfang des 20. Jahrhunderts eine neue Haltung gegen\u00fcber dem Konsum von Cannabis. Zun\u00e4chst richtete sich die strenge Einstellung der Amerikaner besonders gegen die schwarze Bev\u00f6lkerung, die viel Cannabis konsumierte. Hinzu kam, dass Hanf als Grundstoff f\u00fcr Textilien und Papier durch Baumwolle verdr\u00e4ngt wurde. So konnten die USA ein Cannabis-Verbot durchsetzen, das 1929 im Opiumgesetz des Deutschen Reiches \u00fcbernommen wurde.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n    Zur Zeit der Studentenbewegung 1968 stieg der Cannabis-Konsum in Deutschland so stark an, da\u00df die Beh\u00f6rden den illegalen Verbrauch, Anbau und Handel konsequent verfolgten und die Strafen erh\u00f6hten &#8211; zuletzt 1981.\n<\/p>\n<p><b>Lockerung der Gesetze bei geringen Mengen<\/b>\n    <\/p>\n<p>Da Cannabis nicht k\u00f6rperlich abh\u00e4ngig macht und seelische Abh\u00e4ngigkeit sehr langsam eintritt, geh\u00f6rt der Stoff  zu den harmlosesten aller illegalen Drogen. Deshalb wird nach einem Zusatz zum Bet\u00e4ubungsmittelgesetz von 1992 der Besitz &#8220;geringer Mengen&#8221; Cannabis f\u00fcr den Eigenbedarf bei Vollj\u00e4hrigkeit nicht zur Anklage gebracht.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nDie Gr\u00f6\u00dfe dieser &#8220;geringen Menge&#8221; ist jedoch in den Bundesl\u00e4ndern nicht einheitlich geregelt. Bei einem Besitz von sechs Gramm Cannabis wird in der Regel trotz Verbots in ganz Deutschland ein Strafverfahren zwar zun\u00e4chst eingeleitet, dann aber eingestellt, wenn der Eigenbedarf nachgewiesen ist.<\/p>\n<p><i>Mehr zum Thema lest ihr unter<\/i>\u00a0<i><a href=\"www.rauschfaktor.de\">www.rauschfaktor.de.<\/a><\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marihuana, Cannabis, Haschisch, Gras &#8211; dieses Kraut hat viele Namen. Seit den 60er Jahren gilt der Stoff vielen als Inbegriff von Freiheit. 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