{"id":26734,"date":"2015-02-24T23:00:19","date_gmt":"2015-02-24T22:00:19","guid":{"rendered":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/?post_type=youhelp&#038;p=26734"},"modified":"2025-07-11T09:38:17","modified_gmt":"2025-07-11T07:38:17","slug":"artgerechte-tierhaltung","status":"publish","type":"youhelp","link":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/help\/artgerechte-tierhaltung\/","title":{"rendered":"Artgerechte Tierhaltung"},"content":{"rendered":"<p>Hmm, lecker Schnitzel vom Grill oder Nudeln mit Gehacktes-Sauce&#8230; Dass  f\u00fcr diesen Genuss Lebewesen unter Bedingungen leben und sterben m\u00fcssen,  die oft sehr belastend und stressig sind, das stellen wir uns beim Essen  lieber nicht so deutlich vor.\n<\/p>\n<p>Dr\u00fcckende Enge, Stress, Langeweile, Gesundheitsprobleme,  Verhaltensst\u00f6rungen &#8211; mehr hat das Leben vielen Tieren, die sp\u00e4ter auf  unserem Teller landen, nicht zu bieten. Aber wie bei den meisten  Produkten ist auch Fleisch nicht gleich Fleisch. Man kann auch solches  kaufen, das von Tieren kommt, die artgerecht gehalten wurden und ein  besseres Leben hatten. <\/p>\n<\/p>\n<h2>Nicht genug Platz<\/h2>\n<p>Wenn man Tiere artgerecht halten will, muss  man das angeborene Verhalten und die Bed\u00fcrfnisse von K\u00fchen, Schweinen,  H\u00fchnern etc. kennen und versuchen, das so gut wie m\u00f6glich auf den  Bauernh\u00f6fen umzusetzen. Wenn man also beispielsweise wei\u00df, dass Tiere  ihren Haufen nie dorthin machen, wo sie schlafen oder fressen, dann  sollten sie dieses Verhalten auch in Gefangenschaft nicht \u00e4ndern m\u00fcssen.  Oder: Kein Tier lebt von Natur aus freiwillig in geschlossenen R\u00e4umen,  man sollte ihnen also immer die M\u00f6glichkeit geben, an die frische Luft  zu k\u00f6nnen. Auch der Kontakt untereinander spielt bei Tieren in freier  Wildbahn eine gro\u00dfe Rolle. Gesch\u00fctzte R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeiten sind genauso  wichtig wie freundschaftliche Begegnungen und geselliges Beisammensein.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Wirklichkeit sieht f\u00fcr die meisten Nutztiere leider anders aus:  Der gr\u00f6\u00dfte Teil der Schweine, K\u00fche, Puten und H\u00fchner lebt auf engem  Raum. Sie sollen sich nicht so viel bewegen, weil sie dann weniger  Energie verbrauchen und schnell an Gewicht zulegen und es m\u00fcssen einfach  nicht so gro\u00dfe St\u00e4lle gebaut werden. Der Lebensraum der Nutztiere ist  nicht nur extrem knapp, sondern auch unbequem und kann zur Verletzungen  f\u00fchren. So sind z.B. in der Haltung von Mastschweinen Spaltenb\u00f6den  \u00fcblich. Das sind Betonb\u00f6den, die Spalten oder L\u00f6cher haben, durch die  der Kot der Tiere f\u00e4llt. Stroheinstreu? Fehlanzeige. Dabei w\u00e4re sie so  wichtig f\u00fcr das Wohlbefinden und das Aus\u00fcben arteigener Verhaltensweisen  der Schweine. Aber Stroheinstreu macht Arbeit und kostet Geld. Der  Verzicht darauf erspart dem Bauern das Ausmisten &#8211; f\u00fchrt aber nicht  selten bei den Schweinen zu Druckstellen, Verletzungen, Stress und  Verhaltensst\u00f6rungen.<\/p>\n<p>Bei den K\u00fchen sieht es nicht viel besser aus: K\u00fche produzieren z. B.  nur dann Milch, wenn sie K\u00e4lber haben (f\u00fcr die die Milch ja urspr\u00fcnglich  gedacht war&#8230;). Also bringt jede Milchkuh pro Jahr jeweils eine  Babykuh zur Welt, die aber nur wenige Tage bei der Mutterkuh trinken  darf. Dann werden die K\u00e4lber von der Mutter getrennt und wenn sie Pech  haben, in die Intensivmast gebracht. Dort stehen sie in den ersten zwei  Wochen Tag und Nacht in engen Boxen mit Vollspaltenb\u00f6den, werden mit  Milchaustauschern gef\u00fcttert und viel zu viele K\u00e4lber sterben schon in  den ersten Lebenswochen, ohne jemals eine Weide betreten zu haben. Das  helle, zarte Kalbfleisch gilt als besondere Delikatesse und wird z. B.  zu Wiener Schnitzel verarbeitet.<\/p>\n<\/p>\n<h2>Psychische Belastung<\/h2>\n<p>Ein weiteres gro\u00dfes Problem in der  intensiven Tierhaltung &#8211; in den Medien oft als &#8220;Massentierhaltung&#8221;  bezeichnet &#8211; ist die gro\u00dfe psychische Belastung und der Stress, unter  dem die Tiere vielfach stehen. Den Schweinen werden in der Regel die  Ringelschw\u00e4nze abgeschnitten, damit sie sich nicht gegenseitig aus  Langeweile und Aggression in den Schwanz bei\u00dfen. Puten und H\u00fchner sind  vom Leben in riesigen Gruppen generell \u00fcberfordert. Sie leben  normalerweise in \u00fcberschaubaren &#8220;Teams&#8221; mit einer klaren Rangordnung.  Wenn es zu viele &#8220;Kollegen&#8221; sind, k\u00f6nnen sie sich die Rangordnung des  anderen Vogels nicht mehr merken und reagieren aggressiv: Sie picken  nach den Artgenossen &#8211; bis hin zum Kannibalismus &#8211; oder rei\u00dfen sich vor  Frust die eigenen Federn aus.<\/p>\n<\/p>\n<h2>Massenhaft Medikamente<\/h2>\n<p>Leider ist auch der Einsatz von  Medikamenten in der Intensivhaltung weit verbreitet. Besonders heikel  ist dabei die massenhafte Verabreichung von Antibiotika. Das Problem:  Bakterien sind sehr anpassungsf\u00e4hig und bilden Resistenzen gegen  Antibiotika, d.h.: die Medikamente wirken einfach nicht mehr. Manche  schlimmen Lebensmittelinfektionen m\u00fcssen mit Antibiotika behandelt  werden &#8211; wenn die Infektion aber durch resistente Bakterien verursacht  wurde, helfen die Antibiotika nicht und die Erkrankung verl\u00e4uft schwerer  und dauert l\u00e4nger. Die Wissenschaft muss also immer neue Antibiotika  erfinden, um schlimme Krankheiten heilen zu k\u00f6nnen. Aber das ist gar  nicht so einfach. Man will sich lieber nicht ausmalen, wie die Welt  auss\u00e4he, wenn es keine wirksamen Mittel mehr gegen gef\u00e4hrliche Bakterien  g\u00e4be! Besser w\u00e4re es daher, wenn man Tiere so halten w\u00fcrde, dass diese  m\u00f6glichst wenig Medikamente brauchen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Verbraucher und Politiker, denen die eigene Gesundheit und die der  Tiere am Herzen liegt, fordern daher f\u00fcr die Fleisch-, Eier- und  Milchproduktion:<\/p>\n<\/p>\n<ul>\n<li>ausreichend Fl\u00e4che f\u00fcr die Tiere zum Bewegen<\/li>\n<li>Trennung von Pl\u00e4tzen zum Fressen, Ruhen und Koten<\/li>\n<li>ganzj\u00e4hriger Auslauf<\/li>\n<li>Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten, keine Langeweile<\/li>\n<li>ausreichend Frischluft und nat\u00fcrliches Tageslicht im Stall<\/li>\n<li>Kontakt zu Artgenossen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ihr  werdet euch sicher denken k\u00f6nnen, was das f\u00fcr euch bedeutet, wenn die  Tiere artgerecht gehalten werden: Fleisch, Eier und Milch werden teurer.  Dann wird man kein Kilo Bratwurst mehr finden, das 3,50 Euro kostet und  damit preiswerter ist als so manches Kilo Obst. Wer nun sicher gehen  will, dass gekauftes Fleisch von m\u00f6glichst gl\u00fccklichen Tieren stammt,  hat zwei M\u00f6glichkeiten: <\/p>\n<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.checked4you.de\/eu_bio_siegel\">Bio-Fleisch<\/a>  gibt es schon l\u00e4nger auch in ganz normalen Gesch\u00e4ften und nat\u00fcrlich bei  Biol\u00e4den, \u00d6kom\u00e4rkten etc. Auch wenn es bei &#8220;Bio&#8221; in erster Linie um  Umweltschutz geht, so beinhalten die Vorschriften f\u00fcr die \u00f6kologische  Tierhaltung aber auch mehr Tierschutz, z. B. durch mehr Platz und  Einstreu im Stall und Auslauf im Freien. Auch beim Einkauf von  konventionellem Fleisch k\u00f6nnt Ihr Euch f\u00fcr mehr Tierschutz entscheiden.  Seit Januar 2013 gibt es zwei Zeichen von Tierschutzverb\u00e4nden, die  vertrauensw\u00fcrdig signalisieren, dass das Fleisch von Tieren stammt, die  ein deutlich besseres Leben hatten als in der \u00fcblichen Intensivhaltung &#8211;  <a href=\"http:\/\/www.checked4you.de\/doc350047A.html\">mehr dazu hier<\/a>. <\/p>\n<h2>\u00dcbrigens&#8230;<\/h2>\n<p>Das betrifft auch eure  pers\u00f6nlichen Freunde&#8230;Wer seinen von Natur aus nachtaktiven Hamster  st\u00e4ndig tags\u00fcber weckt, seinen Hund mit Schokolade f\u00fcttert, gesellige  V\u00f6gel einzeln im K\u00e4fig h\u00e4lt oder das Reitpferd im Winter nicht auf die  Weide l\u00e4sst, macht es leider auch nicht richtig und sollte mit dem  Tierschutz gleich bei sich selbst anfangen.  <\/p>\n<h2>Links zum Thema:<\/h2>\n<ul>\n<li><a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.vz-nrw.de\/fleischundgefluegel\">www.vz-nrw.de<\/a><div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/> Informationen der Verbraucherzentrale NRW \u00fcber Fleisch und Gefl\u00fcgel. <\/li>\n<li><a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.vz-nrw.de\/toetung-von-eintagskueken\">http:\/\/www.vz-nrw.de\/toetung-von-eintagskueken<\/a><div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/> Infos der Verbraucherzentrale NRW zu den m\u00e4nnlichen K\u00fcken von Legehennen\n<p>\n<i>Dieser Artikel stammt vom <a href=\"http:\/\/www.checked4you.de\">Online-Jugendmagazin der Verbraucherzentrale NRW, checked4you.<\/a><\/i><\/p>\n<p>Der Text dieses Beitrags steht unter Creative-Commons-Lizenz:CC-BY-NC-ND.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hmm, lecker Schnitzel vom Grill oder Nudeln mit Gehacktes-Sauce&#8230; Dass f\u00fcr diesen Genuss Lebewesen unter Bedingungen leben und sterben m\u00fcssen, die oft sehr belastend und&#038;nbsp&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":26735,"template":"","categories":[1,119],"tags":[],"youpod_bearbeitungsstatus":[114],"youpod_kategorie":[121],"class_list":["post-26734","youhelp","type-youhelp","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-importiert","youpod_bearbeitungsstatus-fertig-bitte-ueberpruefen","youpod_kategorie-zukunft","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/youhelp\/26734","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/youhelp"}],"about":[{"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/youhelp"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/youhelp\/26734\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":26739,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/youhelp\/26734\/revisions\/26739"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/26735"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26734"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=26734"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26734"},{"taxonomy":"youpod_bearbeitungsstatus","embeddable":true,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/youpod_bearbeitungsstatus?post=26734"},{"taxonomy":"youpod_kategorie","embeddable":true,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/youpod_kategorie?post=26734"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}