{"id":26861,"date":"2014-11-24T10:50:57","date_gmt":"2014-11-24T09:50:57","guid":{"rendered":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/?post_type=youhelp&#038;p=26861"},"modified":"2025-07-11T09:38:24","modified_gmt":"2025-07-11T07:38:24","slug":"upcycling-jugendliche-setzen-trends-aus-muell","status":"publish","type":"youhelp","link":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/help\/upcycling-jugendliche-setzen-trends-aus-muell\/","title":{"rendered":"Upcycling &#8211; Jugendliche setzen Trends aus M\u00fcll"},"content":{"rendered":"<p>Die Kleiderschr\u00e4nke quillen \u00fcber, doch Individuelles ist nicht dabei. Dann doch besser Geld sparen und upcyceln. Viele Jugendliche designen ihre Shirts um, tragen Schmuck aus M\u00fcll oder verwenden Saftpackungen ganz neu. Ein Trend, der nicht nur den Geldbeutel schont.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nMit einer Nagelschere schneidet Laila Nysten kleine L\u00f6cher in einen alten Fahrradschlauch. Sie zieht goldene \u00d6sen hindurch und knotet rote Kordel daran. Die 20-j\u00e4hrige Studentin braucht einen neuen Schl\u00fcsselanh\u00e4nger. Wie er genau aussehen soll, wei\u00df sie noch nicht. &quot;Ich mach einfach mal&quot;, sagt sie und schneidet weiter.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nDer Anh\u00e4nger wird ihr nachher bestimmt gefallen, schlie\u00dflich hat Laila jahrelange Erfahrung beim Upcycling. So nennt man es heute, wenn aus alten Dingen Neues entsteht. &quot;Ich finde es toll, wenn Sachen eine Geschichte haben&quot;, sagt Laila. Sie bestickt ihre alten Klamotten und hat so wieder neue Shirts im Schrank. Oder sie n\u00e4ht sich aus altem Stoff bunte Taschen. Sie will so viel wie m\u00f6glich selber machen. Auch bei ihrer Band &quot;<link https:\/\/www.facebook.com\/poemsforjamiro _blank external-link-new-window>Poems for Jamiro<\/link>&quot;: Sie textet, komponiert und singt nicht nur selbst. Sogar die CD-H\u00fcllen n\u00e4ht sie mit ihrer Bandkollegin.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n<b>Alte Handwerksk\u00fcnste neu entdeckt<\/b><div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nWie Laila entdecken viele junge Menschen alte Handwerksk\u00fcnste wieder. Upcycling und Do it yourself sind Trend, urteilt der Trendforscher Peter Wippermann aus Hamburg. Das k\u00f6nne man schon am Boom der Teilen- und Tausch-Angebote sehen. &quot;Im Modebereich gibt es immer mehr Secondhand-L\u00e4den&quot;, erkl\u00e4rt er.&nbsp;&quot;Im kommerziellen Bereich kommen neue Car-Sharing-Unternehmen dazu.&quot; Dieser Trend komme jetzt auf, weil die Menschen einen Ausgleich zur virtuellen, schnellen, globalisierten Welt von heute brauchen.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nUpcycling ist eine Gegenbewegung, die vor allem bei Jugendlichen ankommt. &quot;Sie suchen sich Nischen, die von Erwachsenen ignoriert werden, und wollen ihr eigenes Ding machen&quot;, erkl\u00e4rt Wippermann. Damit verwirren Kinder ihrer Eltern h\u00e4ufig. &quot;Die Mutter versteht nicht, warum ihre Tochter ein Kleid im Secondhand kauft, das aus der Kindheit der Mutter stammt&quot;, sagt der Trendforscher.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n<b>Altes cool gemacht<\/b><div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n&quot;Mit meinen Klamotten aus den 70ern und 80ern kann ich meine Eltern jagen&quot;, best\u00e4tigt Laila. Ansonsten unterst\u00fctzen sie ihre Eltern. Das N\u00e4hen hat ihr ihre Mutter beigebracht. N\u00e4hen, stricken, h\u00e4keln haben kein verstaubtes Image mehr, obwohl sie uralt sind, erkl\u00e4rt Sandra Unger, Sozialp\u00e4dagogin in D\u00fcsseldorf. &quot;Upcycling kombiniert alte Handwerkstechniken mit Modernem.&quot; Neu sei das Politische dabei. Aus Stricken werde so Urban Knitting und meint, dass junge Menschen den \u00f6ffentlichen Raum f\u00fcr ihre Kunst nutzen: Sie umstricken B\u00e4ume, Fahrr\u00e4der und Denkm\u00e4ler. Die englischen Begriffe zeigen: Die alten Techniken werden cool gemacht. So passe es auch zusammen, dass sportliche Jungs M\u00fctzen H\u00e4keln und deutschlandweit verkaufen, sagt Wippermann. Retro sei Jugendkultur.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nUnd da findet sich auch Laila wieder. Sie will sich von Gesch\u00e4ften keinen Stil vorschreiben lassen. &quot;Ich werfe doch nichts weg, nur weil es aus der Mode ist&quot;, sagt sie emp\u00f6rt. &quot;Ich verwende es lieber noch mal. Letztens habe ich meinen alten Strohhut einfach umgedreht und hatte eine sch\u00f6ne Blumenampel.&quot;<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nWas man noch alles aus Altem machen kann, bringt P\u00e4dagogin Unger Jugendlichen im Verband &quot;Die Falken&quot; in Workshops bei: &quot;Wir schneiden T-Shirts in Streifen und weben daraus Teppiche&quot;, sagt sie. &quot;Aus leeren Saftpackungen werden Portemonnaies und Vasen, \u00d6kobeutel bespr\u00fchen wir mit Farbe.&quot; Und weil die Jugendlichen das in einer Gruppe machen, ist die Freude am Upcyceln noch gr\u00f6\u00dfer.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n<b>Gemeinsam Gutes tun<\/b><div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nGemeinsam etwas zu machen, ist bei Do it yourself wichtig. Das ist Teil der Gegenbewegung zur virtuellen, unnahbaren Welt. Das Interesse an sozialer N\u00e4he sei gro\u00df, sagt Trendforscher Wippermann.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nNeben dem Sozialen ist auch das Finanzielle ein Grund, warum so viele Jugendliche wieder selbst etwas machen, findet Dorothee Landgrebe, Referentin f\u00fcr \u00d6kologie und Nachhaltigkeit der Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung in Berlin. Wer seine alten Sachen versch\u00f6nert, muss nichts Neues kaufen.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nIn einer <link http:\/\/www.boell.de\/sites\/default\/files\/Endf_NutzenStattBesitzen_web.pdf _blank external-link-new-window>Studie<\/link> fand die Stiftung heraus, dass die deutschen Kleiderschr\u00e4nke \u00fcberquellen. &quot;Wir haben drei- bis viermal so viel Kleidung wie in den 70er Jahren&quot;, fasst Landgrebe zusammen. F\u00fcr die Herstellung wird viel Chemie verwendet, die die Umwelt belastet. Weniger kaufen und mehr upcyceln hilft also auch der Natur. Landgrebe hofft, dass dieser Trend zum Nachdenken anregt. Und das auch, weil Kreativit\u00e4t Spa\u00df macht.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n<b>Kreativ werden<\/b><div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nAllerdings hat nicht jeder sofort kreative Ideen. &quot;Ich bekomme meine Ideen im Internet, bei Blogs und in sozialen Netzwerken, in B\u00fcchern und beim Beobachten von Leuten auf der Stra\u00dfe&quot;, verr\u00e4t P\u00e4dagogin Unger. In gro\u00dfen St\u00e4dten gebe es au\u00dferdem mittlerweile viele Gesch\u00e4fte, die Selbstgemachtes verkaufen. Dort kann man sich inspirieren lassen.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nDie 20-j\u00e4hrige Laila holt sich Anregungen auf Kunsthandwerkerm\u00e4rkten und findet Anleitungen \u00fcber Suchmaschinen. &quot;Oder ich lasse mich vom angeblichen M\u00fcll inspirieren&quot;, sagt sie. Die Idee kommt dann beim Basteln. Bei jedem Schnitt entscheidet sie neu, wie ihr Schl\u00fcsselanh\u00e4nger aussehen soll. &quot;Selbermachen ist deswegen so cool, weil ich meine individuelle Vorstellung kreativ umsetzen kann&quot;, sagt Laila. &quot;Ich laufe keinem Trend hinterher, sondern setze ihn selbst.&quot;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kleiderschr\u00e4nke quillen \u00fcber, doch Individuelles ist nicht dabei. Dann doch besser Geld sparen und upcyceln. 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