{"id":26868,"date":"2016-09-22T10:30:08","date_gmt":"2016-09-22T08:30:08","guid":{"rendered":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/?post_type=youhelp&#038;p=26868"},"modified":"2025-07-11T09:38:24","modified_gmt":"2025-07-11T07:38:24","slug":"mobbing-und-der-beste-freund","status":"publish","type":"youhelp","link":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/help\/mobbing-und-der-beste-freund\/","title":{"rendered":"Mobbing und der beste Freund"},"content":{"rendered":"<p>Beleidigen, qu\u00e4len und dumme Spr\u00fcche \u2013 Mobbing kann nicht nur das Opfer krank machen, sondern ist auch eine harte Probe f\u00fcr die Freundschaft. Der beste Freund will helfen, hat aber Angst, auch Opfer zu werden. Eine Zwickm\u00fchle.\n<\/p>\n<p>Es fing ganz harmlos an. Im Matheunterricht an einem D\u00fcsseldorfer Gymnasium. Daniela (17) musste an die Tafel und etwas vorrechnen. &#8220;Das mag sie nicht und hat sich nat\u00fcrlich direkt verrechnet&#8221;, sagt Jessica (16). Ein Mitsch\u00fcler hat einen dummen Spruch gerissen und die ganze Klasse lachte. &#8220;Und ich mit&#8221;, gibt Jessica zu. &#8220;\u00dcber meine beste Freundin.&#8221;\n<\/p>\n<p>Die dummen Spr\u00fcche h\u00f6rten nicht mehr auf. Vor jeder Mathestunde kam ein neuer dazu. Das Tuscheln und breite Grinsen dehnte sich auf die anderen F\u00e4cher und die Pausen auf. Und schlie\u00dflich wurde Daniela nur noch mit ihrem neuen ironischen Spitznamen &#8220;Matheass&#8221; gerufen.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nWenn es nicht bei ein Mal \u00c4rgern bleibt und eine Person \u00fcber l\u00e4ngere Zeit schikaniert wird, spricht man von Mobbing, wei\u00df Ina Brecheis, P\u00e4dagogin bei &#8220;klicksafe&#8221;, der EU-Initiative f\u00fcr mehr Sicherheit im Netz aus Ludwigshafen. <\/p>\n<p>Und das Mobbing endet nicht mit Schulschluss. Durch Internet und Smartphones erreichen die Beleidigungen das Opfer rund um die Uhr und \u00fcberall. &#8220;Das hat fatale Folgen f\u00fcr die Psyche&#8221;, erkl\u00e4rt Brecheis. &#8220;Es gibt keinen gesch\u00fctzten Raum mehr.&#8221;\n<\/p>\n<p><b>Mobbing rund um die Uhr<\/b>\n<\/p>\n<p>Mobbing und Cybermobbing geh\u00f6ren eng zusammen, eine Grenze l\u00e4sst sich nur schwer ziehen. Die Gefahr beim Cybermobbing: &#8220;Das Mobbing zieht ganz schnell gro\u00dfe Kreise&#8221;, sagt Rosemarie Hannemann, Diplom-Sozialarbeiterin bei der Jugendberatung Zittau. &#8220;Man muss nur mal eben &#8216;gef\u00e4llt mir&#8217; klicken und schon ist es weiter verbreitet.&#8221; Die Hemmschwelle sei online viel niedriger, weil man sein Gegen\u00fcber nicht sieht. Aber es gibt auch einen Vorteil: &#8220;Cybermobbing ist \u00f6ffentlich und greifbar&#8221;, sagt Hannemann. Es k\u00f6nne nicht geleugnet oder vertuscht werden.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nAuch Jessica hat erst online mitbekommen, wie ernst die Situation ist. <\/p>\n<p>&#8220;In der Schule waren die Spr\u00fcche schon nervig&#8221;, erinnert sie sich, &#8220;aber die krassen Beleidigungen fingen bei Facebook an.&#8221; Als sie das las, sprach Jessica ihre Freundin darauf an. Daniela hatte ihr vorher nichts gesagt, ging dem \u00c4rger lieber aus dem Weg und zog sich zur\u00fcck.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nDoch auch das Zur\u00fcckziehen war bereits ein Alarmzeichen. &#8220;Davon gibt es viele&#8221;, sagt Hannemann von der Jugendberatung. &#8220;Jemand ist immer krank, bleibt der Schule fern, das Klima in der Klasse verschlechtert sich oder das Verhalten \u00e4ndert sich: Man wird aggressiver oder man zieht sich eben zur\u00fcck.&#8221;\n<\/p>\n<p><b>Freunde brauchen Hilfe<\/b>\n<\/p>\n<p>Und wenn sich der beste Freund so stark ver\u00e4ndert, ben\u00f6tigt er dringend Hilfe. &#8220;Ein offenes Ohr ist das Wichtigste&#8221;, erkl\u00e4rt Brecheis von klicksafe. &#8220;Dann kann das Mobbingopfer den ganzen Frust rauslassen und mit jemandem auf Augenh\u00f6he reden.&#8221; Die besten Freunde seien meist die ersten Gespr\u00e4chspartner. Erst danach wenden sie sich an Eltern, Lehrer oder Schulpsychologen. &#8220;Mit Erwachsenen zu reden, ist f\u00fcr viele Jugendliche eine Gefahr. Sie haben Angst, dass sie dann selbst keine Kontrolle mehr \u00fcber das Problem haben&#8221;, hat die P\u00e4dagogin beobachtet. &#8220;Sie k\u00f6nnten  Erwachsene allerdings bitten, gemeinsam mit ihnen eine L\u00f6sung zu finden und nicht \u00fcber ihren Kopf hinweg.&#8221;\n<\/p>\n<p>Wer f\u00fcr den gemobbten Freund da ist und mit ihm dar\u00fcber spricht, macht schon mal alles richtig. Und Brecheis hat noch einen Tipp: &#8220;Zum Mobbing geh\u00f6ren nicht nur T\u00e4ter und Opfer. Es gibt viele Personen, die drumherum stehen, nichts machen und damit beim Mobbing helfen.&#8221; Es sei eine gute M\u00f6glichkeit, wenn der beste Freund und der Gemobbte diese schweigende Mehrheit ansprechen und sie dazu ermutigt, Zivilcourage zu zeigen.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nIn Zittau hat das vor Kurzem gut geklappt. &#8220;Mehrere Freundinnen hatten sich zusammengetan und gingen zur Schulsozialarbeiterin. Sie hat das Problem gel\u00f6st&#8221;, erinnert sich Sozialarbeiterin Hannemann. &#8220;Sich Verb\u00fcndete zu suchen, ist der ideale Weg.&#8221; <\/p>\n<p>\n<b>T\u00e4ter ansprechen<\/b>\n<\/p>\n<p>Jessica und Daniela w\u00e4hlten einen \u00e4hnlichen Weg. Erwachsene wollten sie nicht ansprechen. Das Vertrauen fehlte. Aber Jessica sprach Mitsch\u00fcler an, mit denen sie sich gut versteht. &#8220;Ich habe sie gefragt, ob sie das Mobbing mitbekommen haben und erkl\u00e4rte, wie schlecht es Daniela damit geht&#8221;, sagt sie. &#8220;Die meisten wurden erst jetzt wachger\u00fcttelt und verstanden, dass da eine Grenze \u00fcberschritten wurde.&#8221; <\/p>\n<p>Bei den n\u00e4chsten dummen Spr\u00fcchen gaben sich die Mitsch\u00fcler genervt, rollten die Augen, gingen gelangweilt weg und zeigten Desinteresse. &#8220;Ein bisschen hat es gedauert, aber irgendwann war es den Mobbern zu doof weiterzumachen&#8221;, sagt Jessica. &#8220;Der &#8216;Fall Daniela&#8217; war out.&#8221;<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nDie T\u00e4ter direkt anzusprechen, haben sich die Freundinnen nicht getraut. &#8220;Manche machen das&#8221;, wei\u00df Hannemann von der Jugendberatung. Dazu sei aber viel Mut und Selbstbewusstsein n\u00f6tig.  <\/p>\n<p>P\u00e4dagogin Brecheis warnt aber auch: &#8220;F\u00fcr viele Jugendliche kann das gef\u00e4hrlich sein. Sie haben Angst, selbst gemobbt zu werden.&#8221; Das d\u00fcrfe aber nicht dazu f\u00fchren, dass man dem gemobbten Freund den R\u00fccken zukehrt, um sich selbst zu sch\u00fctzen. Wer Stellung bezieht, ein offenes Ohr hat und hilft, Verb\u00fcndete zu suchen, macht die Freundschaft sogar noch intensiver.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nJessica und Daniela tat es gut, die schwere Zeit gemeinsam durchzustehen. <\/p>\n<p>&#8220;Seitdem erz\u00e4hlen wir uns sogar noch viel mehr, sprechen \u00fcber mehr Probleme, \u00c4ngste und Geheimnisse. Das tut gut&#8221;, sagt Jessica. Ihre Freundschaft ist noch enger geworden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beleidigen, qu\u00e4len und dumme Spr\u00fcche \u2013 Mobbing kann nicht nur das Opfer krank machen, sondern ist auch eine harte Probe f\u00fcr die Freundschaft. Der beste&#038;nbsp&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":26869,"template":"","categories":[1,119],"tags":[],"youpod_bearbeitungsstatus":[114],"youpod_kategorie":[],"class_list":["post-26868","youhelp","type-youhelp","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-importiert","youpod_bearbeitungsstatus-fertig-bitte-ueberpruefen","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/youhelp\/26868","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/youhelp"}],"about":[{"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/youhelp"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/youhelp\/26868\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":26870,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/youhelp\/26868\/revisions\/26870"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/26869"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26868"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=26868"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26868"},{"taxonomy":"youpod_bearbeitungsstatus","embeddable":true,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/youpod_bearbeitungsstatus?post=26868"},{"taxonomy":"youpod_kategorie","embeddable":true,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/youpod_kategorie?post=26868"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}