{"id":27001,"date":"2016-09-28T10:37:51","date_gmt":"2016-09-28T08:37:51","guid":{"rendered":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/?post_type=youhelp&#038;p=27001"},"modified":"2025-07-11T09:38:32","modified_gmt":"2025-07-11T07:38:32","slug":"alternativen-zu-whatsapp-datenspuren-bei-messenger-diensten","status":"publish","type":"youhelp","link":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/help\/alternativen-zu-whatsapp-datenspuren-bei-messenger-diensten\/","title":{"rendered":"Alternativen zu WhatsApp \u2013 Datenspuren bei Messenger-Diensten"},"content":{"rendered":"<p>WhatsApp r\u00e4umt sich k\u00fcnftig das Recht ein, Nutzerinformationen mit allen Unternehmen der Facebook-Gruppe zu teilen. Und der Messenger-Dienst duldet hierbei weder Widerspruch noch ein Unterbinden in den Einstellungen. <\/p>\n<p><strong>Im Klartext: Nur wer seine Daten bis zum 25. September freigibt, kann fortan mit dem Messenger-Dienst weiterhin noch Nachrichten versenden und chatten. <\/strong><\/p>\n<p>&#8220;Profilname und -bild, Status und Telefonnummer k\u00f6nnen selbst dann weitergegeben werden, wenn der WhatsApp-Nutzer \u00fcberhaupt keinen Facebook-Account hat. Und auch s\u00e4mtliche Kontakte, die nur in dessen Telefonbuch gespeichert sind und selbst gar kein Whatsapp nutzen, k\u00f6nnen beim sozialen Netzwerk landen \u2013 ohne dass diese Kontakte davon wissen oder eingewilligt haben&#8221;, erl\u00e4utert die Verbraucherzentrale NRW, was die geforderte Zustimmung zu den ge\u00e4nderten Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen nicht nur f\u00fcr die App-Nutzer selbst bewirkt. <\/p>\n<p>&#8220;Widersprochen werden kann lediglich einer Nutzung der Daten zu Werbezwecken, nicht aber der Weitergabe an sich&#8221;, zeigt die Verbraucherzentrale NRW die begrenzten Widerspruchsm\u00f6glichkeiten auf, die der Messenger-Dienst seinen Nutzern noch bis 25. September einger\u00e4umt hat. <\/p>\n<p><strong>Was praktisch bedeutet: Sowohl die eigenen als auch s\u00e4mtliche Kontakte im Telefonbuch darf Facebook erhalten.<\/strong><\/p>\n<p>&#8220;Wer das nicht will, kann sich nur von WhatsApp verabschieden und den Account in den Einstellungen l\u00f6schen&#8221;, so die Verbrauchersch\u00fctzer. F\u00fcr die Suche nach alternativen Diensten gibt sie folgende Tipps mit auf den Weg:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Datengen\u00fcgsamkeit:<\/strong> Je weniger pers\u00f6nliche Daten ein Messenger-Dienst zur Anmeldung und Nutzung verlangt, umso empfehlenswerter ist er. So reicht manchen Anbietern f\u00fcr das Einrichten der Messenger-App schon ein Fantasiename oder zuf\u00e4llig generierter Zahlencode, unter dem dann anonym gechattet werden kann. Bei anderen hingegen braucht\u2019s zwingend Telefonnummer oder E-Mail-Adresse oder es besteht sogar Klarnamenpflicht. Deshalb gilt auch hier: Was nicht angegeben werden muss, kann auch niemand ungewollt in die Finger bekommen und ungefragt weiter verwenden.<\/li>\n<li><strong>Verschl\u00fcsselung:<\/strong> Zu den Favoriten sollte ein Messenger mit Ende-zu-Ende-Verschl\u00fcsselung z\u00e4hlen. Denn dadurch ist sichergestellt, dass der App-Anbieter und andere nicht mitlesen k\u00f6nnen, weil die Nachricht auf dem Handy des Absenders automatisch ver- und erst beim Empf\u00e4nger entschl\u00fcsselt wird. Die Apps Hoccer oder Threema sorgen etwa damit daf\u00fcr, dass Nachrichteninhalte wie Chats und Bilder nur im Kreis der Gespr\u00e4chsteilnehmer bleiben. Andere Messenger-Dienste verschl\u00fcsseln die Transportwege jedoch in Eigenregie \u2013 sie wissen somit, wer was an wen sendet.<\/li>\n<li><strong>Kontaktpflege selbstbestimmt: <\/strong>Um \u00fcberhaupt Nachrichten senden zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen in der Messenger-App Kontakte angelegt werden. Das erledigen WhatsApp und andere automatisch durch den Zugriff aufs Telefonbuch des Handys. Sie gleichen die Rufnummern mit denen weiterer App-Nutzer ab \u2013 und listen m\u00f6gliche Chat-Partner auf. Werden die Kontakte hierbei dauerhaft und unverschl\u00fcsselt beim Anbieter gespeichert, erh\u00e4lt er ein umfangreiches Handynummern-Verzeichnis. Wer eine selbstbestimmte Kontaktpflege w\u00fcnscht, sollte sich f\u00fcr einen Messenger-Dienst ohne diese Selbstbedienungsfunktion aus dem Telefonbuch entscheiden. So geschieht ein Kontaktabgleich zum Beispiel bei Threema nur optional und die Kontakte werden nur kurzzeitig an den Anbieter zum Abgleich \u00fcbertragen, ohne dauerhaft gespeichert zu werden. Andere Dienste wie Hoccer verzichten komplett auf den automatischen Kontaktabgleich. <\/li>\n<li><strong>Europ\u00e4ische Datenschutzstandards: <\/strong>Der Daumen zeigt nach oben f\u00fcr Messenger, die europ\u00e4ische Server mit sch\u00e4rferem Datenschutzrecht nutzen. Dass gespeicherte pers\u00f6nliche Daten an andere Dienste gesendet werden, muss nach deutschem Datenschutzrecht grunds\u00e4tzlich durch Einwilligung explizit erlaubt werden. Weil Handynutzer selten eine Erlaubnis all ihrer Kontakte zur Datenweitergabe an jeden einzelnen Dienst besitzen, sind s\u00e4mtliche Apps, die auf Kontakte im Telefonbuch zugreifen und diese unverschl\u00fcsselt \u00fcbertragen und dauerhaft speichern, kritisch zu betrachten \u2013 erst recht, wenn die Server der Diensteanbieter wie WhatsApp in den USA stehen. Denn dort ist der Datenschutz l\u00e4ngst nicht so streng wie in Deutschland und Europa.<\/li>\n<li><strong>Ausschaltbare Funktionen: <\/strong>F\u00fcr alle sichtbar anzeigen, dass der Nutzer online ist oder die Nachricht zwar schon gelesen, aber noch nicht geantwortet hat \u2013 wer solche Mitschnitte seiner Aktivit\u00e4ten ins Off bef\u00f6rdern will, sollte sich f\u00fcr Messenger-Dienste mit ausschaltbaren Funktionen entscheiden. Die Lesebest\u00e4tigung l\u00e4sst sich, zum Beispiel bei Hoccer und Threema, deaktivieren oder ist wie bei Wire, erst gar nicht vorhanden. Keine solche Wahl haben die Nutzer von Diensten wie SimsMe oder Telegram. Gleich den ganzen Onlinestatus kann man dar\u00fcber hinaus zum Beispiel bei Telegram einstellen. Insbesondere Threema, SimsMe, Signal und Wire kommen ganz ohne diese Funktion aus.<\/li>\n<li><strong>Verf\u00fcgbarkeit in Betriebssystemen:<\/strong> Der Messenger-Dienst sollte f\u00fcr mehrere Betriebssysteme, mindestens auf Android und IOS, verf\u00fcgbar sein, bestenfalls auch auf Windows 10 Mobile\/Phone. So wird sichergestellt, dass man f\u00fcr Freunde und Bekannte mit unterschiedlichen Betriebssystemen nicht auch noch verschiedene Messenger braucht.<\/li>\n<li><strong>Datensammeln f\u00fcr Werbezwecke:<\/strong> Genau hingesehen werden sollte, ob der Messenger-Dienst keine Nachrichteninhalte oder andere Daten seiner Nutzer selbst zu Werbezwecken sammelt oder an andere Unternehmen weitergibt. Denn sonst droht Profilbildung, die Unternehmen f\u00fcr gewinnbringende personifizierte Werbung nutzen k\u00f6nnen, sowie die Gefahr, zum gl\u00e4sernen Nutzer zu werden.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WhatsApp r\u00e4umt sich k\u00fcnftig das Recht ein, Nutzerinformationen mit allen Unternehmen der Facebook-Gruppe zu teilen. 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