{"id":1567,"date":"2023-07-30T19:57:00","date_gmt":"2023-07-30T17:57:00","guid":{"rendered":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/?post_type=younews&#038;p=1567"},"modified":"2025-07-11T09:34:59","modified_gmt":"2025-07-11T07:34:59","slug":"wie-feministisch-ist-das-barbie-universum","status":"publish","type":"younews","link":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/news\/wie-feministisch-ist-das-barbie-universum\/","title":{"rendered":"Wie feministisch ist das Barbie-Universum?"},"content":{"rendered":"<p><span>Monatelang auf Social-Media gehyped und nun endlich weltweit auf der gro\u00dfen Leinwand zu sehen. Der neue Barbie Film mit Margot Robbie in der Hauptrolle ist an den Kino-Kassen ein voller Erfolg. Auch die beiden Freundinnen Ouissal (16) und Lorin (16) verlassen den Kinosaal begeistert. &#8220;Wir sind heute spontan ins Kino gegangen und hatten nicht viele Erwartungen&#8221;, erz\u00e4hlt uns Ouissal, &#8220;Ich fand den Film \u00fcberraschend gut. Vor allem, weil betont wurde, dass die typische blonde, d\u00fcnne Barbie nur einen Stereotypen abbildet.&#8221;\u00a0<\/span><span>Wer h\u00e4tte gedacht, dass sich ein Film \u00fcber die kontrovers diskutierte Plastikpuppe mit einer feministischen Message und dem wahrscheinlich h\u00f6chsten Word-Count f\u00fcr das Wort &#8220;Patriarchat&#8221; in einer Hollywood-Produktion br\u00fcsten kann?\u00a0<\/span><span>Fakt ist, der Film sorgt online wie offline f\u00fcr viel Diskussionsstoff und wirft unter anderem die Frage auf, wie feministisch die Barbie-Welt \u00fcber 60 Jahre nach der Markteinf\u00fchrung der Puppe eigentlich ist.\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>Barbie \u2013 schon immer ein feministisches Vorbild?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Barbie und Feminismus. Passt das \u00fcberhaupt zusammen? Schlie\u00dflich steht die Puppe schon seit Jahren f\u00fcr ihre unrealistischen K\u00f6rperma\u00dfe stark in der Kritik. Sie vermittle toxische Sch\u00f6nheitsideale und trage dazu bei, dass junge M\u00e4dchen sich in ihrem eigenen K\u00f6rper zunehmend unwohl f\u00fchlen. Nach Feminismus h\u00f6rt sich das nicht an.\u00a0<span>Doch Barbie ist schon l\u00e4ngst nicht mehr nur eine Puppe, sondern war auch vor der Realverfilmung bereits ein Filmstar. Das Barbie-Universum umfasst mittlerweile \u00fcber 40 Animationsfilme, in denen Barbie in die unterschiedlichsten Rollen schl\u00fcpft und als Frau im Mittelpunkt eines Abenteuers steht. Mal ist sie eine Prinzessin, dann eine Meerjungfrau, am n\u00e4chsten Tag eine Fee. Auch Ouissal hat als Kind die Barbie-Filme geguckt. Was Barbie ihr mit auf den Weg gab: Es lohnt sich zu tr\u00e4umen und nach etwas Gro\u00dfem zu streben.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span>&#8220;Was Barbie kann, kannst du auch!&#8221;, lautet wohl das Verkaufskonzept des Barbie-Herstellers Mattel. Direkt zu Beginn des Films greift Regisseurin Greta Gerwig dieses Narrativ auf und deutet an, dass dieser Ansatz in unserer komplexen Welt viel zu einfach gedacht ist, denn etwas Gro\u00dfes steht den Tr\u00e4umen kleiner M\u00e4dchen im Weg. Vorhang auf f\u00fcr das Patriarchat. Im Film begegnet Barbie dem Patriarchat zum ersten Mal bei einem Besuch in der &#8220;echten Welt&#8221;, doch schon bald muss sie feststellen, dass dieses auch vor ihrer geliebten Heimat, dem Barbieland, keinen Halt macht. Gemeinsam mit anderen Frauen k\u00e4mpft sie gegen die Unterdr\u00fcckung und f\u00fcr ein Barbieland, in dem sich alle Barbies empowered f\u00fchlen. Ist die &#8220;neue&#8221; Barbie also anders? Progressiver? Eine Feministin?\u00a0 &#8220;<\/span><span>Ich denke auf jeden Fall, dass Barbie (aus dem Film) ein feministisches Vorbild ist.&#8221;, erkl\u00e4rt uns Lorin. &#8220;Als sie gemerkt hat, dass die Kens Barbieland \u00fcbernehmen, hat man ihren Ehrgeiz gesehen, etwas dagegen tun zu wollen.&#8221;\u00a0<\/span><span>Hat Greta Gerwig mit dem neuen Barbie-Film die perfekte feministische Story auf die Leinwand gebracht, auf die wir alle gewartet haben?\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>Mattel und die Frage nach der Diversit\u00e4t\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Im Zentrum der Handlung des Films steht die sogenannte &#8220;stereotypische&#8221; Barbie. Eine wei\u00dfe, d\u00fcnne, ableisierte cis Frau, die in einer Traumvilla wohnt. Dass diese Barbie in den Spielzeugregalen nicht mehr ausreicht, hat Mattel erkannt. In der Produktpalette hat sich daher \u00fcber die Jahre so Einiges getan. Die Barbie-Puppen sind diverser geworden. Nicht allzu lange ist es her, da brachte Mattel beispielsweise die erste Barbie mit Down Syndrom auf den Markt. Eine reine Strategie, um mehr Verk\u00e4ufe zu erzielen? Schlie\u00dflich kann auch der neue Film als zweist\u00fcndiger Werbespot und bewusst eingesetzter Marketingkniff verstanden werden. &#8220;Klar ist es auch teilweise Geldmacherei von Mattel. Aber ich finde es trotzdem cool, dass wir als Gesellschaft an einem Punkt angekommen sind, wo wir sagen, wir wollen nicht nur diese eine stereotypische Barbie sehen&#8221;, sagt Ouissal. Auch Lorin stimmt zu, denn es sei wichtig, dass die Barbie-Welt genau wie unsere Gesellschaft von ganz verschiedenen Menschen gepr\u00e4gt wird.\u00a0<\/p>\n<p>Im Film begegnen wir der &#8220;stereotypischen&#8221; Barbie Seite an Seite mit Frauen, die nicht aussehen wie sie. Die Pr\u00e4sidentin von Barbieland ist eine Schwarze Frau, eine weitere Barbie wird von der trans Schauspielerin Hari Nef verk\u00f6rpert. Und auch eine Plus-Size Barbie lebt in Barbieland. Sie alle stellen sich patriarchalen Machtstrukturen, Alltagssexismus, Objektifizierung sowie unerreichbaren Sch\u00f6nheitsidealen entgegen und bringen damit Female Empowerment weltweit in die Kinos. Doch um feministische K\u00e4mpfe wirklich in G\u00e4nze zu verstehen, m\u00fcsste das Zusammenspiel patriarchaler Unterdr\u00fcckung mit anderen Diskriminierungsformen aktiver thematisiert werden. Es br\u00e4uchte Perspektiven von BIPoC, von queeren Menschen, von Personen mit Behinderung und mit unterschiedlichen sozialen Schichtzugeh\u00f6rigkeiten. Denn all diese Menschen erleben das Patriarchat aufgrund ihrer Marginalisierung anders als die stereotypische Barbie. Der Film ist daher kein Paradebeispiel f\u00fcr intersektionalen Feminismus, diesen Anspruch hatte er aber wahrscheinlich auch nie. Vielen Menschen bietet er eine entertainende Einf\u00fchrung in den Feminismus. Denn es ist ein Film, der Frauen in den Mittelpunkt stellt. Der aktiv auf patriarchale Machtstrukturen aufmerksam macht und f\u00fcr Zusammenhalt im Kampf f\u00fcr Gerechtigkeit appelliert. Die Freundinnen Ouissa und Lorin gehen, wie viele andere auch, mit dem Gef\u00fchl aus dem Kino, verstanden zu werden und ihre individuelle Weiblichkeit wertsch\u00e4tzen zu d\u00fcrfen. Die positive Resonanz best\u00e4tigt, dass eine Hollywood-Produktion mit feministischem Fokus in den Kinos funktionieren kann und gibt uns Hoffnung auf weitere Filme, die nicht nur unterhalten, sondern auch empowern und im besten Falle noch einen Schritt weiter gehen, als Barbie es tut. \u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatelang auf Social-Media gehyped und nun endlich weltweit auf der gro\u00dfen Leinwand zu sehen. 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