{"id":16068,"date":"2016-07-04T01:10:46","date_gmt":"2016-07-03T23:10:46","guid":{"rendered":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/?post_type=younews&#038;p=16068"},"modified":"2025-07-11T09:31:41","modified_gmt":"2025-07-11T07:31:41","slug":"auf-christos-goldenen-wasserstrassen","status":"publish","type":"younews","link":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/news\/auf-christos-goldenen-wasserstrassen\/","title":{"rendered":"Auf Christos goldenen Wasserstra\u00dfen"},"content":{"rendered":"<p>https:\/\/tippkunst.wordpress.com\/ (Blog) <\/p>\n<\/p>\n<p>Ich bin \u00fcber das Wasser gelaufen. \u00dcber die &#8220;Floating Piers&#8221; des K\u00fcnstlers Christo in Italien.<\/p>\n<p>1985 h\u00fcllte sich die Pariser Pont-Neuf in ein gelbes Polyamid-Gewand. 1995 trug man am Reichstag Aluminium. Diese und weitere Kunstprojekte initiierte das K\u00fcnstlerpaar Jeanne-Claude und Vladimir Yavachev Christo.\u00a0<\/p>\n<p>2009 verstarb seine Frau. Ihr zu Ehren widmet er das j\u00fcngste Gro\u00dfprojekt: &#8220;The Floating Piers&#8221;, das vom 18. Juni bis zum 3. Juli auf dem Iseo-See Besuchern \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich gemacht <span>wurde. <\/span><\/p>\n<p><span>220.000 Polyathylenw\u00fcrfeln bildeten einen Weg, ganz so, <strong>als w\u00fcrde man \u00fcber das Wasser laufen.<\/strong> Diese W\u00fcrfel wurden mit einem orangenen Stoff bezogen, der in der Sonne fast golden erschien. Die Stege verliefen zwischen den Inseln Sulzano, Monte Isola und der Insel San Paolos. Der K\u00fcnstler verlangt weder Eintrittsgeld noch Spende: Die Installation stellt lediglich eine &#8220;Erweiterung der Stra\u00dfen&#8221; dar und geh\u00f6rte jedermann.\u00a0<\/span><\/p>\n<h3>1,3 Millionen Menschen &#8211; und ich war dabei<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/><\/h3>\n<p><span>Folglich war der Andrang sehr gro\u00df. Beinahe <strong>1,3 Millionen Menschen <\/strong>pilgerten aufgrund dieses einzigartigen Ereignisses an den kleinen See nahe Mailand. <strong>Ich habe den vorletzten Tag miterlebt.\u00a0<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span>Zun\u00e4chst hie\u00df es: 5 Uhr aufstehen, 6.40 Uhr Abflug, 7.50 Uhr Ankunft in Mailand und weiter mit dem Mietwagen nach Brescia. Es durfte keine Zeit verloren gehen, deswegen fuhren wir direkt los. Der Wagen funktioniert, Koffer schnell verstaut, das Wetter zun\u00e4chst verregnet, doch es kl\u00e4rt im Verlaufe des Vormittages auf. Das Navi f\u00fchrt den roten Fiat \u00fcber die gro\u00dfe Autobahn, vorbei an romantisch-italienischen Fassaden und leerstehende Geb\u00e4uden durch Kreisverkehre und marode Tunnel- Motorradfahrer jagen \u00fcber die Stra\u00dfen, LKWs hupen, der Verkehr staut sich. <\/span><\/p>\n<p><span>Na gut, scheint wohl doch nicht so leer zu sein wie anf\u00e4nglich gedacht.<strong> Die ersten Schilder mit &#8220;Floating Piers Parking&#8221; und &#8220;Shuttlebus&#8221; stimmen uns zuversichtlich.<\/strong> Wir gelangen an einen kleinen Ort mit Hafen und m\u00fcssen feststellen, dass es zwar einen Parkplatz gibt, jedoch keinen Shuttle Bus. &#8220;No Shuttle, full, don&#8217;t know when&#8221; wird uns mitgeteilt &#8211; aha!\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span>Auf der Suche nach einer Alternative erkunden wir das beschauliche \u00d6rtchen und staunen \u00fcber die touristische Unversehrtheit. Trotz mangelnder Englischkenntnisse von deren und Italienischekenntnisse von unserer Seite, <strong>gelingt es uns mit Hilfe einer freundlichen Eisdame ein Boot inklusive Fahrer zu finden,<\/strong> die uns auf die andere Seite bringen &#8211; denn wir haben uns genau den Inselteil ausgesucht, der sich auf der anderen Seite des Sees befindet.\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Von der Anlegestelle des Bootes aus bis zum eigentlichen Schauplatz dauert der Fu\u00dfweg zehn Minuten. <strong>Bereits von weitem sind die Menschenmassen zu erkennen.<\/strong> Polizisten bewachen die Umgebung, Rettungsboote patroullieren zu Wasser und das langhosige Personal (bei der Hitze!) zu Land. Die 16 Meter breiten Wege sind aufs \u00c4u\u00dferste mit Spazierg\u00e4ngern gef\u00fcllt. Nur ein Teil der Installation ist leer: Eine abgelegene Insel mit Herrenhaus wurde abgesperrt, vermutlich aufgrund der vielen Besucher.\u00a0<\/p>\n<p>Das richtige Erlebnis bietet sich einem erst barfu\u00df, da man auf diese Weise die sanften Wellenbewegungen unter den F\u00fc\u00dfen sp\u00fcrt. <strong>Wie auf einem Wasserbett.<\/strong> Ich folge dem Weg und gerade an einer Abbiegung angekommen, so verlauten die Organisatoren bereits die \u00d6ffnung des zuvor geschlossenen Bereiches.<\/p>\n<p>Jetzt gibt es keinen Halt mehr. <strong>Die Leute str\u00f6men auf die Oase zu, ich habe das Gl\u00fcck und bin unter den ersten, <\/strong>um die Sch\u00f6nheit der eingewickelten verlassenen Insel zu geniessen. Nur zehn Minuten sp\u00e4ter f\u00fcllt sich auch dieses Gebiet und ich wandere zur\u00fcck. Mittlerweile ist es vorne etwas leerer. Dort setze ich mich hin und beobachte, wie Leute aller Herren L\u00e4nder sich hier eingefunden haben, um \u00fcber Christos goldene Wasserstra\u00dfe zu staunen. Es f\u00fchlt sich an, als sei man auf Strandurlaub, nur ohne die Liegen und die Schwimmerlaubnis.\u00a0<\/p>\n<p>Wenn man dort entlangl\u00e4uft, vergisst man doch schnell, dass es sich bei dieser Installation um ein Kunstwerk handelt. Darin steckt vermutlich ein Hintergrundgedanke des K\u00fcnstlers: e<strong>twas urspr\u00fcnglich Unn\u00fctzes, Sinnloses dem Alltag der Menschen vorzustellen.<\/strong> Und ihnen zu zeigen: Hey, das ist eine Erfahrung wert! Einmalig war sie auf jeden Fall.\u00a0<\/p>\n<p>Ab heute werden die Wege wieder abgebaut und recycelt. Dann wird es ruhiger am Iseo-See werden. Das Gebiet hat sich seine Erholung sichtlich verdient.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>https:\/\/tippkunst.wordpress.com\/ (Blog) Ich bin \u00fcber das Wasser gelaufen. \u00dcber die &#8220;Floating Piers&#8221; des K\u00fcnstlers Christo in Italien. 1985 h\u00fcllte sich die Pariser Pont-Neuf in ein&#038;nbsp&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":30,"featured_media":16069,"template":"","categories":[1,119],"tags":[],"youpod_bearbeitungsstatus":[114],"youpod_kategorie":[52,61],"class_list":["post-16068","younews","type-younews","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-importiert","youpod_bearbeitungsstatus-fertig-bitte-ueberpruefen","youpod_kategorie-freizeit","youpod_kategorie-leben","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/younews\/16068","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/younews"}],"about":[{"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/younews"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/30"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/younews\/16068\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17063,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/younews\/16068\/revisions\/17063"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16069"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16068"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16068"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16068"},{"taxonomy":"youpod_bearbeitungsstatus","embeddable":true,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/youpod_bearbeitungsstatus?post=16068"},{"taxonomy":"youpod_kategorie","embeddable":true,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/youpod_kategorie?post=16068"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}