{"id":19451,"date":"2017-08-25T09:46:34","date_gmt":"2017-08-25T07:46:34","guid":{"rendered":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/?post_type=younews&#038;p=19451"},"modified":"2025-07-11T09:29:24","modified_gmt":"2025-07-11T07:29:24","slug":"zu-besuch-bei-goethe-urban-sketchers-erobern-duesseldorf","status":"publish","type":"younews","link":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/news\/zu-besuch-bei-goethe-urban-sketchers-erobern-duesseldorf\/","title":{"rendered":"Zu Besuch bei Goethe: Urban Sketchers erobern D\u00fcsseldorf"},"content":{"rendered":"<p><strong>Drau\u00dfen sein, zeichnen, St\u00e4dte, Landschaften und Menschen mit Stift und auf Papier einfangen: Das ist Urban Sketching, eine Kunstform, die sich der Momentaufnahme gewidmet hat. \u00dcbersetzt mit &#8220;urbanes Skizzieren&#8221; fangen die K\u00fcnstler mit ihren Zeichnungen ehrliche Momente und Atmosph\u00e4ren ein. Mal als Bleistiftwerk, mal lebendig bunt durch Aquarell und Tusche, zeugen sie von den Orten dieser Welt.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die 16-j\u00e4hrige Selina Scholz geh\u00f6rt dazu. Sie ist erst vor einigen Monaten zum Urban Sketching gekommen \u2013 auf Empfehlung ihrer Kunstlehrerin. Bis dahin verbrachte sie ihre Zeit mit Youtube-Tutorials und dem Ausprobieren unterschiedlichster Zeichenstile. Dann traf sie auf die D\u00fcsseldorfer Ortsgruppe und zog selber immer wieder los, um das Leben im Skizzenbuch einzufangen. Sie f\u00e4hrt gerne Skateboard, was sich praktischerweise mit ihrem neuen Zeichenstil gut kombinieren l\u00e4sst: Mit dem Board und dem kleinen, handlichen Aquarellkasten geht es dann zu inspirierenden Pl\u00e4tzen und H\u00e4usern, die sie dann auf dem Skateboard sitzend zeichnen kann.<\/p>\n<p><strong>Die Anf\u00e4nge einer K\u00fcnstlerbewegung<\/strong><\/p>\n<p>Zeichnungen solcher Art reichen zwar weit zur\u00fcck in die Vergangenheit, die eigentliche Bewegung der Urban Sketchers ist aber sehr jung: 2007 wurden die K\u00fcnstlergemeinschaft von Gabriel Campanario gegr\u00fcndet. Als Campanario sie in Seattle ins Leben rief, konnte er wohl kaum ahnen, welche Formen sie bis heute angenommen hat. Die Sketchers sind weltweit vernetzt und ver\u00f6ffentlichen ihre Zeichnungen in den sozialen Netzwerken und Blogs. Sie alle vereint das Motto &#8220;Wir zeigen die Welt, Zeichnung f\u00fcr Zeichnung&#8221;. Der Spruch ist ein Auszug aus ihrem sogenannten Manifesto, welches einige Regeln oder Leitlinien formuliert, an die sich eine Gruppe halten m\u00f6chte. Das sind die der Urban Sketchers:<\/p>\n<p>1. Wir zeichnen vor Ort, drinnen oder drau\u00dfen, nach direkter Beobachtung.\u00a0<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>2. Unsere Zeichnungen erz\u00e4hlen die Geschichte unserer Umgebung, der Orte, an denen wir leben oder zu denen wir reisen.\u00a0<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>3.Unserer Zeichnungen sind eine Aufzeichnung der Zeit und des Ortes.\u00a0<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>4. Wir bezeugen unsere Umwelt wahrhaftig.\u00a0<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>5. Wir benutzen alle Arten von Medien.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>6. Wir unterst\u00fctzen einander und zeichnen zusammen.\u00a0<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>7. Wir ver\u00f6ffentlichen unsere Zeichnungen online.\u00a0<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>8. Wir zeigen die Welt, Zeichnung f\u00fcr Zeichnung.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>(<a href=\"http:\/\/www.urbansketchers.org\/p\/our-manifesto.html\">Quelle<\/a>)<\/p>\n<p>Wie ernst das Manifest genommen wird, h\u00e4ngt von den zeichnenden Personen selbst ab. Genau so, ob sie an sogenannten &#8220;Sketch Crawls&#8221; teilnehmen: Manche lieben den Austausch, andere zeichnen nur f\u00fcr sich. Einig sind sie sich jedoch darin, dass die Treffen wie auch das Manifest sie vereinen und n\u00e4her zusammenbringen. Auch Selina ist von den Treffen begeistert: &#8220;Alle haben gleich viele Tipps gegeben. Ich bin begeistert, wie sie einen aufnehmen \u2013 eine total tolle Atmosph\u00e4re.&#8221; F\u00fcr sie ist es eine gute M\u00f6glichkeit sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Der Spa\u00df an der Sache steht im Vordergrund, auch wenn in so manchem ein richtiger K\u00fcnstler schlummert. Doch wichtig sind andere Dinge, wie Carsten Tiemessen von den Urban Sketchers Community K\u00f6ln\/D\u00fcsseldorf erkl\u00e4rt: &#8220;Nicht das gro\u00dfe Werk, sondern das in die Welt hinausgehen und nehmen, was das Leben uns gibt, z\u00e4hlt.&#8221; So wird diese Kunstrichtung auch als &#8220;visueller Journalismus&#8221; bezeichnet.<\/p>\n<p><strong>Wie ein Virus, der jeden infizieren kann<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/><\/strong><div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>Die Menschen, die das Urban Sketching betreiben, sind so vielseitig wie ihre Zeichnungen. Vereint sind sie in der Sache. Beruflich gehen sie den unterschiedlichsten T\u00e4tigkeiten nach. Sie sind zum Beispiel Anw\u00e4lte, \u00c4rzte, Grafikdesigner, Studenten, Rentner, oder Musiker. Menschen jeden Alters und jeder Gesellschaftsschicht. Eine professionelle Ausbildung im k\u00fcnstlerischen Bereich haben die wenigsten.<\/p>\n<p>Das jeder mitmachen kann, zeigen die D\u00fcsseldorfer Urban Sketchers. Hier sind richtige K\u00fcnstler wie auch Amateure gern gesehen. Sie organisieren sich \u00fcber eine Facebook-Gruppe und einer eigenen Community-Website. Das Internet bietet ihnen neue Chancen der Verbindung und baut erste Hemmschwellen ab. &#8220;Komm, probier\u2019 doch mal!&#8221; hat sich auch Stefanie Arnold gesagt und r\u00e4t sie jedem Anf\u00e4nger. Sie ist studierte Kunstp\u00e4dagogin und lernt auch auf Reisen \u00fcber das Zeichnen neue Leute in den jeweiligen Ortsgruppen kennen. Ein Hobby, was auch ein gewisses Suchtpotential birgt, wie Arnold best\u00e4tigt: &#8220;Es ist wie ein Virus, wenn man einmal angefangen hat, kann man nicht mehr aufh\u00f6ren.&#8221;<\/p>\n<p><strong>Skizzenb\u00fccher erz\u00e4hlen die Erlebnisse der Zeichner<\/strong><\/p>\n<p>Jedes Skizzenbuch ist ein Unikat und zeugt von den Erlebnissen des Zeichners. Beim Durchbl\u00e4ttern offenbart sich ein St\u00fcck Pers\u00f6nlichkeit, aber auch der Atmosph\u00e4re der Orte. Die sehr pers\u00f6nlichen Einblicke zeugen ebenfalls von den unterschiedlichen Malstilen der Sketchers. Selina nutzt gerne Aquarell und Fineliner, aber da hat jeder andere Vorlieben: &#8220;Der gute, alte Bleistift und Tusche sind allgemein sehr beliebt&#8221;, erkl\u00e4rt Tiemessen. &#8220;Aber auch der Wasserfarbkasten ist neben dem Skizzenheft sehr typisch&#8221;, f\u00fcgt Arnold hinzu. Erlaubt ist hier, was gef\u00e4llt.<\/p>\n<p>Bis Selina sich f\u00fcr ihr Werkzeug entschieden hatte, probierte sie viel aus: Kohle, Kreide, Marker, zuletzt Acryl &#8211; ihr ganzes Taschengeld gibt sie f\u00fcr Kunst aus. Schlimm findet sie das aber nicht: &#8220;Das ist eine sch\u00f6ne Sache, weil man Fortschritte sieht. Wenn man sich alte Bilder anguckt und sieht wie man sich entwickelt hat, das macht total gl\u00fccklich.&#8221;<\/p>\n<p><strong>Auch Goethe war ein Urban Sketcher<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/><\/strong><div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>Im Goethemuseum finden sich aktuell Einblicke in die Arbeiten der D\u00fcsseldorfer Gruppe. In der Ausstellung &#8220;Ich bin jetzt ganz Zeichner, habe Mut und Gl\u00fcck&#8230;&#8221; (Goethe) finden sich Impressionen der Urban Sketchers aus dem Haus selbst, aber auch Skizzenb\u00fccher, Tuschek\u00e4sten und andere Bilder. Dass sie nun dort ausstellen, hat sich \u2013 wie sollte es anders sein \u2013 durch einen Sketch Crawl vor Ort ergeben. Die B\u00fcsten wie auch das alte, reizvolle Gem\u00e4uer bieten sich als Motive geradezu an. Die Begeisterung f\u00fcr die Arbeiten teilt auch Museumsdirektor Prof. Dr. Wingertszahn: &#8220;Die Gruppe brachte neues Leben ins Haus und macht auch so Goethes Werke wieder lebendig.&#8221; \u00dcberhaupt passt das sehr gut, denn Goethe selbst war nicht nur Dichter, sondern auch ambitionierter Zeichner.<\/p>\n<p>Rund 30 Bilder von 21 Urban Sketchers sind in dem Museum im Schloss J\u00e4gerhof. Auch Selina geh\u00f6rt zu den Ausstellern. Ihr Bild einer stuckverzierten T\u00fcr h\u00e4ngt nun in den Ausstellungsr\u00e4umen. Dass ihr Bild dabei ist, verwundert nicht. Am liebsten zeichnet sie Altes: Egal ob historische H\u00e4user oder verzierte T\u00fcren, Hauptsache nicht glatt und modern. Rund eine Stunde sitzt Selina etwa an einem Bild. Da Freunde hier ungern so lange warten wollen, w\u00fcrde sie sich \u00fcber andere Jugendliche freuen, die das Hobby mit ihr teilen \u2013 vielleicht ja auch auf dem Skateboard.<\/p>\n<p><strong>Die Ausstellung l\u00e4uft vom 27. August bis zum 13. September.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youpod.de\/de\/beitraege\/2017\/08\/urban-sketchers-im-goethe-museum\">Mehr zum Begleitprogramm und der Ausstellung<\/a><div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/groups\/NRW.USk\/\">Facebook-Gruppe der Urban Sketchers K\u00f6ln\/D\u00fcsseldorf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drau\u00dfen sein, zeichnen, St\u00e4dte, Landschaften und Menschen mit Stift und auf Papier einfangen: Das ist Urban Sketching, eine Kunstform, die sich der Momentaufnahme gewidmet hat.&#038;nbsp&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":21,"featured_media":19452,"template":"","categories":[1,119],"tags":[],"youpod_bearbeitungsstatus":[114],"youpod_kategorie":[],"class_list":["post-19451","younews","type-younews","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-importiert","youpod_bearbeitungsstatus-fertig-bitte-ueberpruefen","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/younews\/19451","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/younews"}],"about":[{"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/younews"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/21"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/younews\/19451\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19461,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/younews\/19451\/revisions\/19461"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/19452"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19451"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19451"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19451"},{"taxonomy":"youpod_bearbeitungsstatus","embeddable":true,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/youpod_bearbeitungsstatus?post=19451"},{"taxonomy":"youpod_kategorie","embeddable":true,"href":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/wp-json\/wp\/v2\/youpod_kategorie?post=19451"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}