{"id":21430,"date":"2013-11-07T12:56:29","date_gmt":"2013-11-07T11:56:29","guid":{"rendered":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/?post_type=younews&#038;p=21430"},"modified":"2025-07-10T13:47:18","modified_gmt":"2025-07-10T11:47:18","slug":"mit-maria-bei-der-jugendfeuerwehr","status":"publish","type":"younews","link":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/news\/mit-maria-bei-der-jugendfeuerwehr\/","title":{"rendered":"Mit Maria bei der Jugendfeuerwehr"},"content":{"rendered":"<p>Wasserfont\u00e4nen, nasse Fahrradfahrer, wenig M\u00e4dchen und viele Blicke auf eine dunkelblaue Uniform. Youpod hat die Jugendfeuerwehr bei einer Wasser\u00fcbung am Rhein in Wittlaer begleitet.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nEs kann auch mal etwas schief gehen. Zum Beispiel, wenn einer der Feuerwehrschl\u00e4uche durch die Luft tanzt und wild Wasserfont\u00e4nen auf Menschen spuckt, die gem\u00fctlich am Rheinufer picknicken. Die springen auf, bringen ihre Decken und Fahrr\u00e4der in Sicherheit, schimpfen aber nicht. In Kaiserswerth sind sie an die Jugendfeuerwehr und ihre \u00dcbungen gew\u00f6hnt.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nEin wenig zerknirscht sehen die 13-j\u00e4hrige Maria, das andere M\u00e4dchen und die Jungen aus ihrer Gruppe aber trotzdem aus. Sie hatten vergessen, ein Ventil zu schlie\u00dfen. Bei so vielen Schl\u00e4uchen und Verbindungsst\u00fccken im rheinischen Kies kann man schon mal den \u00dcberblick verlieren. Dabei fing die \u00dcbung an einem der letzten warmen Tage des Jahres so gut an. Maria steht mit ihren Stiefeln und der Latzhose direkt am Wasser, h\u00e4lt einen Schlauch, zielt auf ein vorbeifahrendes Schiff und dreht langsam auf. Jeder Griff ist genau \u00fcberlegt. Langsam erh\u00f6ht sie den Druck, bis das Wasser in hohem Bogen in den Fluss schie\u00dft \u2013 in Richtung Schiff, aber sich meterweit vor dem Schiff wieder senkend.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nMaria wei\u00df, was sie tut. Schlie\u00dflich ist sie bereits seit einem Jahr bei der Jugendfeuerwehr. \u00dcberm\u00fctig wird sie trotzdem nicht. Wer das Wasser zu schnell raus schie\u00dfen l\u00e4sst, kann schnell die Kontrolle verlieren \u2013 vor allem, wenn man den schweren Schlauch alleine h\u00e4lt.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n<b>Viele Feuerwehr-Vokabeln<\/b><div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nHier am Rhein f\u00fchlt sich Maria wohl, bei einer \u00dcbung, wenn man einfach mal machen darf. Genauso viel Spa\u00df hat die 13-J\u00e4hrige beim Funken. &quot;Das war das erste, was ich bei der Feuerwehr gemacht habe&quot;, erinnert sie sich. Durch ganz Kaiserswerth hat sie damals mit den Jungen und dem einen anderen M\u00e4dchen im Team gefunkt \u2013 und diese \u00dcbung gleich gewonnen. Was f\u00fcr ein Einstieg.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nGenauso wichtig wie die Praxis ist die Theorie. Ohne die k\u00f6nnen die jungen Feuerwehrleute die \u00dcbungen gar nicht machen. Beim Funken spricht Maria nat\u00fcrlich nicht von einem Feuerwehrauto, sondern: &quot;Das da dr\u00fcben ist ein 14CF16 \u2013 oder so&quot;, sagt die D\u00fcsseldorferin und zeigt auf den Wagen, mit dem sie von der Wache an den Rhein gefahren ist. &quot;Die Namen muss ich noch lernen&quot;, gesteht sie. &quot;Dazu kommt Ger\u00e4tekunde&quot;, erkl\u00e4rt Natascha Koths, die bei der Freiwilligen Feuerwehr Wittlaer f\u00fcr die Jugendarbeit zust\u00e4ndig ist. Sie bringt Maria und den anderen bei, wie die verschiedenen Schl\u00e4uche hei\u00dfen, was wo an einem Wagen zu finden ist. Sie lehrt au\u00dferdem Rechtsgrundlagen und Erste Hilfe.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nJetzt d\u00fcrfen die Jugendlichen ihr zeigen, was sie gelernt haben. Das wissen sie aber erst seit dem Nachmittag. Was bei der Gruppenstunde jeden zweiten Donnerstag auf dem Programm steht, ist h\u00e4ufig eine \u00dcberraschung. Als sie dieses Mal zur Wache kamen, hie\u00df es nur: &quot;Wasserentnahme \u00f6ffentliches Gew\u00e4sser&quot;. Mehr mussten die Jugendw\u00e4rte nicht sagen. Sofort wurden die Augen der zehn Jungs und M\u00e4dels gro\u00df, einige schrien vor Freude und sprangen von ihren Pl\u00e4tzen auf. Sie wussten: Es geht raus, ans Wasser, an den Rhein.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n<b>Feuerwehr in Kaiserswerth normal<\/b><div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nUnd zu den picknickenden Menschen. Aber in Kaiserswerth ist das normal: ein Paar, das auf einer Jacke sitzt, sich umarmt und den Sonnenuntergang bewundert, die Familie, die nach einer Fahrradtour am Fluss Halt macht, die Clique, die laut Musik h\u00f6rt \u2013 und die Schl\u00e4uche, die kreuz und quer auf dem Kies liegen, das gro\u00dfe Feuerwehrauto, das die B\u00f6schung bis ans Wasser herunterf\u00e4hrt, die Jugendlichen, die Wasser aus dem Rhein pumpen, es dann zur\u00fcckschie\u00dfen lassen und dazwischen immer wieder Schl\u00e4uche neu verbinden.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n&quot;Man kennt sich hier&quot;, sagt Jugendwartin Koths. &quot;Kaiserswerth hat Dorfcharakter. Da ist die Freiwillige Feuerwehr normal.&quot; Anders ist das im Stadtzentrum. Dort gibt es die Berufsfeuerwehr. In den Au\u00dfenbezirken, die lange eigenst\u00e4ndig waren und erst sp\u00e4t zu D\u00fcsseldorf dazukamen, hat sich die Tradition der Freiwilligen Feuerwehr gehalten \u2013 in Wittlaer, Kalkum, Angermund, Hubbelrath, Unterbach, Himmelgeist, Garath und eben Kaiserswerth. Lierenfeld ist die Ausnahme. In diesem zentralen Stadtteil gibt es eine Wache der Freiwilligen Feuerwehr an der Posener Stra\u00dfe.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nIn den Stadteilen an D\u00fcsseldorfs Grenze, ist es auch selbstverst\u00e4ndlicher als im Zentrum, dass die Jugend zur Feuerwehr geht. Auch Natascha Koths hat so angefangen, mit 15 Jahren. Ihr Bruder und viele Freunde waren schon dabei. Sie hat der Spa\u00df gelockt und die Aussicht auf etwas Sinnvolles. Damals, 1995, gab es noch viele \u00e4ltere Mitglieder, wie es Koths ausdr\u00fcckt. Die h\u00e4tten Frauen bei der Feuerwehr nicht ernst genommen. Schlie\u00dflich seien die nicht so stark. Sie musste sich durchbei\u00dfen und beweisen. &quot;Zumindest mit Gleichaltrigen gab es nie Probleme2, sagt Koths. Der Umgang sei im Team zwar rau, aber nie b\u00f6se.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n<b>Frauen bei der Feuerwehr<\/b><div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nDass heute Frauen bei der Feuerwehr sind, sei normal, sagt Koths. Trotzdem sind es wenige. Am Rhein rollen mehr als zehn Jungen Schl\u00e4uche auf und verstauen sie in dem gro\u00dfen Wagen, der die B\u00f6schung ganz nah an das Wasser heruntergefahren ist. Nur zwei M\u00e4dchen helfen beim Schleppen, Drehen und Hieven. Dabei ist das noch ein ganz guter Schnitt. Auf etwa 125 Mitglieder der D\u00fcsseldorfer Jugendfeuerwehr kommen zehn M\u00e4dchen.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nMaria, das eine der beiden M\u00e4dchen am Rhein, kam dazu, als ein Jugendwart Werbung bei einem Stadtteilfest f\u00fcr die Truppe machte. Jugendliche f\u00fcr die Feuerwehr zu begeistern sei schwierig, sagt Jugendwartin Koths. Bei M\u00e4dchen sei es noch schwieriger. Es gab deutschlandweit mal eine Werbekampagne, um Frauen zur Feuerwehr zu locken. In D\u00fcsseldorf will man aber M\u00e4dchen und Jungen gleicherma\u00dfen ansprechen. &quot;Jedes einzelne Mitglied ist ein wichtiger Teil&quot;, begr\u00fcndet Koths. Das zeige auch der gro\u00dfe Zusammenhalt in der Gruppe.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nUnd tats\u00e4chlich: Auf dem Kiesbett arbeiten Maria und ihre Freundin ganz konzentriert an Verbindungsst\u00fccken zwischen Schl\u00e4uchen. Nicht gemeinsam an einem Schlauch, sondern an verschiedenen. Sie h\u00e4ngen nicht aufeinander, sondern sind da, wo sie gebraucht werden: mittendrin, zwischen all den anderen. Die Blicke gehen auf die helfenden H\u00e4nde, nicht auf das Gesicht. Hier geht es ums Machen, nicht um das Geschlecht.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n<b>Die dunkelblaue Uniform<\/b><div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nDass das so ist, liegt auch an Natascha Koths. Allein, dass sie da ist, den J\u00fcngeren hilft, jeden Knopf am Feuerwehrauto kennt, macht sie zum Vorbild. Und ihre dunkelblaue Uniform. Die gelben Streifen darauf leuchten in der untergehenden Sonne. Koths&#8217; Blick ist konzentriert auf einen Schlauch gerichtet, den sie mit ihren dicken Handschuhen einrollt. Zwei Jungen gucken zu. Koths geht \u00fcber den knirschenden Kies zu zwei anderen Jungen und l\u00f6st einen Hebel vom Anschluss. Immer dabei: die dunkle, leuchtende Uniform. Diese Uniform ist ein Zeichen. Sie sagt: Ich habe es geschafft. Ich habe den Sprung von der Jugendfeuerwehr zur Freiwilligen Feuerwehr geschafft. Ich werde zu richtigen Eins\u00e4tzen gerufen. Koths war vor Jahren bereits bei der Gasexplosion an der Krahestra\u00dfe dabei und vor Kurzem bei einem Gro\u00dfbrand an der Erkrather Stra\u00dfe.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nDie Jugendlichen, die die dunkle Uniform beobachten tragen selbst mittelblaue Latzhosen \u2013 auch Maria. F\u00fcnf Jahre ben\u00f6tigt sie noch, um auch eine Uniform zu erhalten. Dann ist sie 18 Jahre alt. Sie w\u00fcrde dann gerne zur Freiwilligen Feuerwehr, doch die Zeit bis dahin ist noch lang. &quot;Erst mal will ich hier Spa\u00df haben und sp\u00e4ter ein Freiwilliges Soziales Jahr machen&quot;, sagt sie. &quot;Dann gucke ich, ob ich noch Zeit f\u00fcr die Feuerwehr habe.&quot;<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nZumindest das Spa\u00df Haben f\u00e4llt ihr heute, am letzten warmen Tag des Jahres am Rhein nicht schwer. Gemeinsam mit den Jungen zieht sie den gr\u00f6\u00dften der Schl\u00e4uche aus dem Fluss. Durch ihn pumpte die Truppe das Wasser f\u00fcr die kleineren Schl\u00e4uche. Sie rollen den Schlauch ein und bringen ihn am Wagen an. Die \u00dcbung ist beendet. Und selbst darauf freuen sich die Jugendlichen. Jetzt ruft Koths n\u00e4mlich: &quot;Aufsitzen!&quot; Diese Feuerwehr-Vokabel kennen alle: Sie st\u00fcrzen zum gro\u00dfe Feuerwehrauto, klettern hinein und d\u00fcrften damit zur\u00fcck zur Wache fahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wasserfont\u00e4nen, nasse Fahrradfahrer, wenig M\u00e4dchen und viele Blicke auf eine dunkelblaue Uniform. Youpod hat die Jugendfeuerwehr bei einer Wasser\u00fcbung am Rhein in Wittlaer begleitet. 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