{"id":21961,"date":"2016-02-02T14:51:26","date_gmt":"2016-02-02T13:51:26","guid":{"rendered":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/?post_type=younews&#038;p=21961"},"modified":"2025-07-11T09:32:02","modified_gmt":"2025-07-11T07:32:02","slug":"alice-im-wunderland-suche-nach-sich-selbst-in-70-minuten","status":"publish","type":"younews","link":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/news\/alice-im-wunderland-suche-nach-sich-selbst-in-70-minuten\/","title":{"rendered":"&#8220;Alice im Wunderland&#8221;: Suche nach sich selbst in 70 Minuten"},"content":{"rendered":"<p>Man behauptet so oft, Kindergeschichten seien &#8211; eben wie es der Name impliziert &#8211; nur f\u00fcr Kinder. Doch im Jungen Schauspielhaus zeigt &quot;Alice im Wunderland&quot;, dass eine Reise ins Wunderland f\u00fcr Jung und Alt interessant sein kann.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nTobias Goldfarb gew\u00e4hrt mit seinem Werk den Eintritt in eine bereits vergessene Welt, die Welt des Kindes, die Welt von Alice und er\u00f6ffnet dem Zuschauer die Vielseitigkeit, welche sich hinter der Kindergeschichte verbirgt.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nVon Lewis Carroll wurde die Geschichte geschrieben. Zwar handelt diese von nur einem einzelnen M\u00e4dchen auf Durchreise in einem Wunder(vollen)Land. Doch vereint dieses komische Spiel die <b>G<\/b><b>renzen zwischen Realit\u00e4t und Abnormalen<\/b> und findet seit 1865 seinen Weg zu Zuh\u00f6rern aus aller Welt.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nMit seiner Erz\u00e4hlung begibt sich das Publikum durch das Hasenloch auf eine Reise der Selbsterkundung und die <b>Suche nach der eigenen Identit\u00e4t.<\/b><div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nDas Kind Alice sieht sich oft mit der Frage<b> &quot;Wer bin ich?&quot;<\/b> konfrontiert und erw\u00e4chst aus diesem Prozess zum Schluss der Erz\u00e4hlung aus ihrer naiven kindlichen Haut &#8211; und befindet sich somit auf dem Weg zum Erwachsenwerden.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nDieses Reich der Kinder befasst sich nicht nur mit der Entwicklung zur erwachsenen Person sondern insbesondere mit dem Thema der Selbstfindung und beschreibt einen fortw\u00e4hrenden Prozess.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nAls Kind wird Alice ins Wunderland geworfen, ihr Charakter ist flach und unselbstst\u00e4ndig und als Kind verl\u00e4sst sie das Wunderland auch. Auf ihrer Reise jedoch gewinnt sie an Best\u00e4ndigkeit und St\u00e4rke und hinterfragt und ergr\u00fcndet und k\u00e4mpft und findet schlie\u00dflich doch eine Antwort.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n<b>Innenwelt von Alice auf der B\u00fchne<\/b><div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nIn seinem Theaterst\u00fcck vermittelt Tobias Goldfarb die Elemente dieser komplexen Thematik. Es wird die wundersame Innenwelt von Alice vorgef\u00fchrt, die Charaktere, auf die sie trifft, spiegeln Aspekte ihres eigenen Unterbewusstseins wieder, so die Verwirrtheit und Spontanit\u00e4t, mit der ihr die Wesen aus  Wunderland begegnen.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nAlice Schauspielerin Julia Goldberg fasst das St\u00fcck als &quot;Alice&#8217; eigene Reise&quot; und ihren Kampf mit Teilen  ihrer Person zusammen. F\u00fcr sie ist es ein <b>Zusammenspiel von Ernst und Spa\u00df<\/b>, das verr\u00fcckte Wunderland kontrastiert den sonst eint\u00f6nigen und unsicheren Charakter der Protagonistin Alice. In ihren Augen ist Alice eine n\u00fcchterne und uninteressante Person ganz im Gegenteil zu ihrer Umwelt, was in diesem Falle wortw\u00f6rtlich verstanden werden kann. Die Darsteller f\u00fchren, treten, laufen auf einem farbintensiven geometrischen T\u00fcrengebilde auf, die <b>Farbvielfalt <\/b>vibriert mit der Musik und irritiert.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nDie Besonderheit an dem St\u00fcck liege an seiner <b>einzigartigen Buntheit<\/b>, beschreibt Julia.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nDiese Buntheit, so der Regisseur Tobias Goldfarb, sei ein markanter Teil der dadaistischen Welt, welche dem Publikum f\u00fcr 70 Minuten er\u00f6ffnet wird, einer Welt ganz abseits vom Alltagstrott.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nIn ihrer Komik und Euphorie vermittele das St\u00fcck die d\u00fcsteren Seiten von Alice, &quot;Alice&#8217; Abgr\u00fcnde&quot;, gleichzeitig ergr\u00fcndet Alice ihre eigene St\u00e4rke und findet so die Antwort auf ihre Ausgangsfrage: &quot;Wer bin ich?&quot;.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nDodgson sei Mathematiker gewesen, kein Schriftsteller, und doch findet seine Geschichte einen solch gewaltigen Anklang. &quot;Es ist eine logische Geschichte&quot; &#8211; entgegen damals herrschender Konventionen, die <b>i<\/b><b>nnere Fantasie<\/b> wird zur Kindeskraft, die Br\u00fccke zwischen Realit\u00e4t und Traum schafft sich ab.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nMit seiner Inszenierung m\u00f6chte Tobias Goldfarb von der Alice-typischen &quot;Zuckergusswelt&quot; abkommen und den Scheinwerfer auf den <b>Schatten von Alice<\/b> richten: auf ihre Zweifel, \u00c4ngste und Unsicherheiten gepaart mit den furchteinfl\u00f6\u00dfenden Wundern eines Landes auf der anderen Seite der Erde, wo die Menschen Kopf stehen und Wortspiele und verdrehte Aussagen das M\u00e4dchen in die Irre f\u00fchren.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nZum Ziel f\u00fchrt nur die Treppe des <b>B\u00fchnenbildes<\/b>, dort wo die K\u00f6nig(in) thront und wo kein gerader Weg hinf\u00fchrt, genauso wenig wie es f\u00fcr Alice genau den einen Weg zum Ziel gibt, wie Jos\u00e9 Luna sein B\u00fchnenbild begr\u00fcndet.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nIn dieser verworrenen &quot;frechen und gleichzeitig sch\u00f6nen Welt&quot; lehnt sich <b>Alice gegen die Tyrannei der K\u00f6nigin<\/b> auf und durchbricht so gleichzeitig ihre Grenzen, welche die Entfaltung ihrer Pers\u00f6nlichkeit verhindern.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nIm Einklang mit der Auff\u00fchrung geben die <b>Kost\u00fcme <\/b>von Ausstatter Jos\u00e9 Luna die fantasievolle Farbintensit\u00e4t und Dynamik des St\u00fcckes wieder und unterstreichen die absurde und skurrille Eigenschaft der Inszenierung.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nAlice mit gro\u00dfem Kopf, Alice mit kleinem Kopf, der Hutmacher mit dick aufgetragenem Akzent und die K\u00f6nig(in),&nbsp;die K\u00f6pfe lieber abnimmt anstatt ihnen zuzuh\u00f6ren und ihre Untertanen unterdr\u00fcckt. Diese und viele weitere Charaktere werden von nur vier Darstellern verk\u00f6rpert &#8211; und jeder in seiner Einzigartigkeit, die dem jeweiligen Charakter mehr als nur gerecht wird.<div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\nAlice im Wunderland mag als Geschichte f\u00fcr Kinder angedacht sein, Tobias Goldfarbs Interpretation zeigt jedoch, dass sie f\u00fcr Jung und Alt gleicherma\u00dfen unterhaltend sein kann und vereint in sich die <b>komplexe Wunderlandwelt mit den Anspr\u00fcchen moderner Theaterkultur.<\/b><div class=\"youpod_import_br\"><\/div><br \/>\n<b>Das Junge Schauspielhaus f\u00fchrt &quot;<\/b><b>Alice im Wunderland&quot;<\/b><b> bis zum 30. M\u00e4rz<\/b><b> auf, Karten sind erh\u00e4ltlich unter <a href=\"http:\/\/www.duesseldorfer-schauspielhaus.de\/de\/index\/spielplan\/alle-stuecke\/stueck.php?SID=1723\" target=\"_blank\">www.duesseldorfer-schauspielhaus.de\/de\/index\/spielplan\/alle-stuecke\/stueck.php?SID=1723<\/a>.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man behauptet so oft, Kindergeschichten seien &#8211; eben wie es der Name impliziert &#8211; nur f\u00fcr Kinder. 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