{"id":24876,"date":"2016-11-03T00:15:05","date_gmt":"2016-11-02T23:15:05","guid":{"rendered":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/?post_type=younews&#038;p=24876"},"modified":"2025-07-11T09:38:01","modified_gmt":"2025-07-11T07:38:01","slug":"hofreiter-spricht-in-flingern-ueber-fleischfabrik","status":"publish","type":"younews","link":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/news\/hofreiter-spricht-in-flingern-ueber-fleischfabrik\/","title":{"rendered":"Hofreiter spricht in Flingern \u00fcber Fleischfabrik"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Vegan ist in? Ja, aber trotzdem werden hier Unmengen an Fleisch produziert.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Anton Hofreiter, der Fraktionsvorsitzende von B\u00fcndnis90\/den Gr\u00fcnen im Bundestag, war an Allerheiligen zu Besuch in der Filmwerkstatt D\u00fcsseldorf, wo er eine Lesung zu seinem im Sommer erschienenen Buch &#8220;Fleischfabrik Deutschland&#8221; hielt. Der promovierte Biologe thematisiert die zunehmende Fleischproduktion, die dem Trend einer bewussten und fleischlosen Ern\u00e4hrung in Deutschland entgegenl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Auf 256 Seiten wird dargestellt, wie der Preisdruck nach unten Kleinbauern vom Markt verdr\u00e4ngt und stattdessen die umstrittene Massentierhaltung f\u00f6rdert.<\/p>\n<p><strong>Kindheit mit Apfelernte<\/strong><\/p>\n<p>Zu Beginn des Abends erw\u00e4hnt &#8220;Toni&#8221;, wie er beinahe liebevoll vom Moderator genannt wurde (bei den Gr\u00fcnen wird geduzt), wie die Apfelernte seiner Kindheit ihn fr\u00fch mit der Natur verband, dass sein Interesse an der Artenvielfaltsforschung aus Sorge um die aktuell prek\u00e4re Situation erwuchs und auf welche Weise ihn die h\u00e4ufigen Reisen nach S\u00fcdamerika in seinem Umweltsbewusstsein beeinflusst haben. Wald-Rohdungen zugunsten des Anbaus von &#8220;Sojafeldern, welche bis zum Horizont reichen&#8221; habe er dort vor Ort erlebt <\/p>\n<p>Mehr wird in seinem <strong>S\u00fcdamerika-Film <\/strong>deutlich, der dem vollen Haus gezeigt wird. Es geht dort um Soja-Importe, die erzwungene Anpassung der Kleinbauern und den Missbrauch der Natur als Anbaufl\u00e4chen, zulasten indigener V\u00f6lker und vereinzelter Ans\u00e4ssigen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die <strong>Lesung <\/strong>hat sich Herr Hofreiter drei Passagen ausgesucht:<\/p>\n<p>\u00dcber die <strong>skandal\u00f6se Schweine-Tierhaltung<\/strong>, Schweine, denen die Ringelschw\u00e4nze abgeschnitten wurden, die auf engstem Raum zusammenleben, er zeichnet Szenarien ihrer Realit\u00e4t und ruft uns bekannte Bilder aus Medien und Dokumentationen in Erinnerung.<\/p>\n<p>\u00dcber die <strong>Schuldfrage<\/strong>. Bewusst betont er, dass der Fehler nicht bei den Verbrauchern zu suchen sei. Die gegenw\u00e4rtigen Probleme sollen als Handlungsauftrag an die Politik gerichtet werden, die mit der Aufgabe ihrer L\u00f6sung betraut ist.<\/p>\n<p>\u00dcber die <strong>Lebensmittel-Lobby<\/strong>, denjenigen die &#8220;in Br\u00fcssel und Berlin sitzen&#8221;, dort herrscht jedoch eine unproportionale Interessenverteilung vor. W\u00e4hrend nur ein Bruchteil dieser Lobby NGOs repr\u00e4sentiert, k\u00e4mpft der andere Teil f\u00fcr eine Vernebelungsstrategie, um wettbewerbsf\u00e4hige Agrarwirtschaft beizubehalten und die Gr\u00f6\u00dften dieser Industrie zu bevorteilen. <\/p>\n<p>Dieses Problem werde in vielen Teilen der Politik sch\u00f6n geredet &#8211; nicht zuletzt auf gr\u00fcnverzierten Fleischpackungen der Discounter, die mit Guthofsnamen f\u00fcr die gutdeutsche Herkunft ihres Fleisches werben, w\u00e4hrend ihre Inhalte tats\u00e4chlich auf einem betongrauen Mastbetrieb gez\u00fcchtet und abgefertigt wurden.<\/p>\n<p><strong>Wie kann nun dieser Mentalit\u00e4tsumschwung zur bewussten Ern\u00e4hrung helfen, der die deutsche Gesellschaft zu ergreifen scheint?<\/strong><\/p>\n<p>Eine \u00e4hnliche Frage wird in der moderierten Fragerunde gestellt.<\/p>\n<p>Die Antwort: Regeln und Gesetze sollen zur Absicherung und Regulierung dienen und zur Agrarwende beitragen. Hofreiter w\u00fcrde das Image einer Verbotspartei riskieren, wenn dies zur Formulierung solcher Gesetze beitr\u00e4gt und politische Impulse setzt. Die Informationspolitik muss Konsumenten angemessen \u00fcber die Probleme in Kenntnis setzen, so dass Verbraucher frei \u00fcber ihr Handeln entscheiden k\u00f6nnen. Und der Wille, etwas zu ver\u00e4ndern, existiert bereits: Dadurch, dass Deutsche bereit sind, auf Fleisch zu verzichten oder vermehrt gute Qualit\u00e4t sch\u00e4tzen. Jetzt darf nur nicht (weiter) der Fehler gemacht werden, gute Qualit\u00e4t f\u00fcr niedrige Preise zu erwarten.<\/p>\n<p>Reform ist auf Bundesebene n\u00f6tig und daf\u00fcr bedarf es einer Mehrheit im Bundestag. Auf Nachfrage, wie eine solche Mehrheit erzielt werden k\u00f6nne, k\u00f6nne er sich Schwarz-Gr\u00fcn vorstellen. Dieses B\u00fcndnis vertrete \u00e4hnliche Werte, die einen setzen sich f\u00fcr artgerechte Tierhaltung ein, die anderen wollen die Sch\u00f6pfung wahren.<\/p>\n<p><strong>Soll nun artgerechter produziert werden, so steigen zwangsl\u00e4ufig die Preise f\u00fcr Fleisch. Welche Auswirkung diese Entwicklung dann auf die unterschiedlichen sozialen Schichten haben w\u00fcrde?<\/strong><\/p>\n<p>Darauf entgegnet er, dass ein Preisanstieg zwar stattfinden wird, dieser Anstieg jedoch nicht als kritisch verzeichnet wird. Gerechtigkeitspolitik soll emanzipatorisch sein und Zuspruch f\u00fcr eine verbesserte Fleischpolitik gibt es in der Partei. Des Weiteren sei der Vorwurf, die Gr\u00fcnen seien eine neub\u00fcrgerliche Partei eine schlichte Unwahrheit. Er beruft sich auf Statistiken, die zeigten, dass mehr als die H\u00e4lfte der gr\u00fcnen W\u00e4hlerschaft keinen h\u00f6heren Bildungsabschluss besitzen. Es mache keinen Unterschied, denn auch sie kaufen Bio im Discounter oder sind bereit, mehr f\u00fcr gentechnisch unver\u00e4ndertes Fleisch zu bezahlen. Auf den sozialen Hintergrund komme es letzendlich also nicht an.<\/p>\n<p>Das Publikum klatscht begeistert Beifall. Es haben sich, augenscheinlich, mehr \u00fcberzeugte Gr\u00fcne eingefunden als kritische Stimmen, soviel ist klar. Aus diesem Grund ist es nicht \u00fcberraschend, dass viele Fragen mit dem grunds\u00e4tzlichen Tenor Hofreiters harmonierten und st\u00e4rker auf seine politische Linie eingingen. Doch das ist okay, es handelt sich bei der Lesung ja auch um eine Diskussion. &#8220;Toni&#8221; hat gezeigt, dass das Thema f\u00fcr den n\u00e4chsten <strong>Wahlkampf <\/strong>auf seiner politischen Agenda steht und er tatkr\u00e4ftig f\u00fcr Reform k\u00e4mpfen wird.<\/p>\n<p>Vielleicht tritt mit ihm dann statt einer Verbotspartei eine Gebotspartei auf. \u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vegan ist in? Ja, aber trotzdem werden hier Unmengen an Fleisch produziert. 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