{"id":25810,"date":"2018-02-01T13:45:45","date_gmt":"2018-02-01T12:45:45","guid":{"rendered":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/?post_type=younews&#038;p=25810"},"modified":"2025-07-11T09:38:07","modified_gmt":"2025-07-11T07:38:07","slug":"kunst-im-keller-mauern-waende-und-welten-im-marie-curie-gymnasium","status":"publish","type":"younews","link":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/news\/kunst-im-keller-mauern-waende-und-welten-im-marie-curie-gymnasium\/","title":{"rendered":"Kunst im Keller: Mauern, W\u00e4nde und Welten im Marie-Curie-Gymnasium"},"content":{"rendered":"<p>Es ist Freitagabend, 18 Uhr. Trotz der sp\u00e4ten Uhrzeit tummeln sich viele Menschen im Keller des <strong>Marie-Curie-Gymnasiums<\/strong>, der direkt unter den Kunstr\u00e4umen liegt. Hier muss allerdings keiner nachsitzen oder Strafarbeiten schreiben: Zwischen den kahlen, betonierten W\u00e4nden findet die Ausstellungser\u00f6ffnung des <strong>Projektkurses Kunst<\/strong> statt. Familie, Freunde und Lehrer sind gekommen, um sich die Arbeiten der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler anzusehen.&nbsp;<\/p>\n<h4>Die Anf\u00e4nge vom Kunst-Projekt<\/h4>\n<p>Angefangen hat alles vor etwa einem Jahr als die jungen <strong>K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler<\/strong> die M\u00f6glichkeit ergriffen, anstelle einer Facharbeit ein Kunstprojekt zu erarbeiten. Vom Thema bis hin zur Umsetzung konnten sie alles komplett selbst w\u00e4hlen. Viele wussten noch gar nicht so genau, wohin der Weg sie f\u00fchrt, andere hatten bereits eine Idee und verwarfen diese im Laufe der Zeit wieder, und wieder andere folgten ihrem Plan bis zum Ende.&nbsp;<\/p>\n<h4>Kunst im Keller \u2013 die finale Ausstellung<\/h4>\n<p>Schlussendlich kam eine sehr bunte Mischung aus verschiedenen Themen heraus, die in Installationen, Filmen, Fotos, Zeichnungen und vielem mehr verarbeitet wurden. Die einen w\u00e4hlten <strong>politische Themen<\/strong> wie Rassismus und Krieg, andere hingegen setzten sich kritisch mit unserer <strong>Gesellschaft<\/strong> auseinander und wiederum andere verarbeiteten <strong>pers\u00f6nliche Gedanken und Gef\u00fchle<\/strong>.&nbsp;<\/p>\n<p>Im Folgenden stellen wir euch vier der Arbeiten vor. Ein paar Eindr\u00fccke von diesen und auch den anderen Arbeiten findet ihr in der <strong>Fotogalerie<\/strong>.<\/p>\n<h3>&#8220;Fantasie einer Nahtoderfahrung&#8221; von Kiara Knevels<\/h3>\n<p>Eine der ersten Arbeiten wird in einem Gang mit einem <strong>Video<\/strong> an die Wand projiziert. Bilder von einer Frau, die scheinbar aus ihrem K\u00f6rper hinaustritt, erhellen den Raum und Ger\u00e4usche von <strong>Herzschl\u00e4gen<\/strong> ert\u00f6nen. Kiara erz\u00e4hlt, wie sie auf die Idee zu ihrem Werk kam: &#8220;Meine Arbeit wurde durch das Thema <strong>Nahtoderfahrungen<\/strong> inspiriert, welches wir in Religion durchgenommen haben. Dort haben wir uns mit Erfahrungsberichten auseinandergesetzt, und irgendwie hat mich das Ganze nicht mehr losgelassen.&#8221; Also versuchte sie, das recht komplexe Thema auf ein Kunstwerk zu reduzieren. Ein besonderer Fokus liegt hier auf der Tonspur: Die Ger\u00e4uschkulisse, bestehend aus Herzt\u00f6nen und Atemger\u00e4uschen soll beim Betrachter ein <strong>beklemmendes Gef\u00fchl<\/strong> ausl\u00f6sen.<\/p>\n<\/p>\n<h3>&#8220;Umwege&#8221; \u2013 ein Spiel mit Ebenen von Pauline Simon<\/h3>\n<\/p>\n<p>In einem Raum, der mittels eines Vorhangs in zwei Bereiche unterteilt wird, befindet sich die Arbeit von Pauline. Die Installation sieht aus wie der abstrakte <strong>Nachbau eines Wohnzimmers<\/strong>. An der Wand h\u00e4ngt eine <strong>Tapete<\/strong>, deren Muster den Kopf eines b\u00e4rtigen Mannes zeigt. Dar\u00fcber h\u00e4ngt ein Foto von ihm und einige Aufnahmen aus einer Wohnung. Davor stehen einige Gegenst\u00e4nde, die auch in den <strong>Fotos<\/strong> abgebildet sind, allerdings nicht die originalen St\u00fccke.&nbsp;<\/p>\n<p>&#8220;Eigentlich wollte ich mehrere <strong>Menschen in ihren Wohnungen<\/strong> fotografieren und versuchen, einen Bezug zwischen den beiden Elementen erstellen&#8221;, erz\u00e4hlt Pauline. Allerdings war sie am Ende mit ihren Bildern nicht sonderlich zufrieden und um neue zu machen reichte die Zeit nicht mehr. Also entschloss sie sich, etwas Neues auszuprobieren. Sie erarbeitete einen Stempel vom Kopf des Mannes, der den Namen Swen tr\u00e4gt. Davon erstellte sie ein Muster auf einer Tapete, welches sie f\u00fcr ihr weiteres Konzept inspiriert.&nbsp;<\/p>\n<p>&#8220;Ich wollte gerne ein wenig <strong>mit verschiedenen Ebenen spielen<\/strong>&#8220;, sagt Pauline dazu &#8220;Die erste Ebene ist die Wand \u2013 dadurch, dass auf der Tapete die K\u00f6pfe vom Mann abgebildet sind, wird ein Bezug zu ihm und seiner Wohnung aufgebaut. Wir wissen, dass die Fotos an der Wand nicht nur zuf\u00e4llig ausgew\u00e4hlt wurden, sondern es sich um eine reale, bewohnte Wohnung handelt. Diese ist zwar nicht sichtbar, existiert aber, ist somit die zweite Ebene. Die dritte Ebene wird durch die M\u00f6bel vor der Wand dargestellt, die aufgrund ihrer <strong>abstrakten Darstellung<\/strong> eine Abgrenzung zur eigentlichen Wohnung schaffen. Die Installation ist nur ein<strong> Abbild der Realit\u00e4t<\/strong> und nicht die Realit\u00e4t selbst.&#8221;<\/p>\n<\/p>\n<h3>&#8220;Die Mauer in unseren K\u00f6pfen&#8221; von Linus Knaust<\/h3>\n<\/p>\n<p>Nebenan in einem etwas gr\u00f6\u00dferem Raum sind einige Arbeiten mehr zu sehen. Eine von ihnen ist ein Kasten mit zwei Guckl\u00f6chern, durch den ein <strong>schwaches Licht<\/strong> f\u00e4llt. Bei einem Blick hinein fallen vor allem die Gesichter verschiedener <strong>bekannter Pers\u00f6nlichkeiten<\/strong> auf sowie auch einige <strong>Zitate<\/strong> von ihnen. Im zweiten Moment f\u00e4llt auf, das die beiden Guckl\u00f6cher den Blick in zwei verschiedene R\u00e4ume er\u00f6ffnen, der eine hell und freundlich, der andere dunkel und grau. Der Gedanke an <strong>Gut und B\u00f6se<\/strong> wird hervorgerufen \u2013 doch was macht dann Angela Merkel auf der dunklen und ein Zitat von Donald Trump auf der hellen Seite?&nbsp;<\/p>\n<p>Linus hat die Antworten auf diese Frage: &#8220;Die Personen und Zitate sind wahllos angeordnet, der Betrachter kann sich somit selbst \u00fcberlegen wen er nun als Gut oder B\u00f6se empfindet.&#8221; Er wollte in seinem Werk auf darauf eingehen, dass es so viel Krieg in der Welt gibt, so viel Rassismus, und wir Menschen oftmals sehr schnell<strong> stigmatisieren<\/strong>. Dennoch m\u00fcssen wir uns am Ende immer wieder vor Augen f\u00fchren, dass wir alle Menschen sind und im Grunde genommen alle sehr \u00e4hnlich. Es gilt, die <strong>Mauer in unseren K\u00f6pfen <\/strong>zu \u00fcberwinden, um dem <strong>Rassismus entgegen zu stehen<\/strong> und eine offene Gesellschaft zu f\u00f6rdern.&nbsp;<\/p>\n<h3>&#8220;Nelly&#8221; von Anika Halbach<\/h3>\n<\/p>\n<p>In einem Raum auf der anderen Seite des Kellers steht Anika bei ihrer Arbeit. Mit einem Beamer werden Bilder an die Wand geworfen, <strong>comicartige Illustrationen<\/strong> gemalt mit Aquarell und Bleistift, teils auch mit Wachsmalern. Die Bilder sind allerdings nicht das Werk selber, sondern ein Buch das auf einem kleinen Sockel liegt. &#8220;Ich wollte gerne eine Geschichte illustrieren&#8221; erz\u00e4hlt Anika, &#8220;Da wir ja ein ganzes Jahr Zeit hatten, schien mir das in dem Rahmen eine angemessene Gr\u00f6\u00dfe f\u00fcr eine Aufgabe.&#8221; Also begann sie, nach passenden Geschichten zu suchen. Sie merkte aber schnell, dass sie lieber selber eine schreiben wollte. Sie erfand Nelly, ein <strong>junges M\u00e4dchen<\/strong> das in einer Welt aufw\u00e4chst die teilweise auch die unsere widerspiegelt, aber eher in eine <strong>dystopische Zukunft<\/strong> weist. Anika hat die Erz\u00e4hlperspektive von Nellys Bruder gew\u00e4hlt, wodurch die Sicht auf sie leicht verzerrt ist, aber der Leser dennoch etwas \u00fcber ihre<strong> Gef\u00fchle zur Welt<\/strong> erf\u00e4hrt. Diese wird durch ein starkes <strong>Schwarz-Wei\u00df-Denken<\/strong> charakterisiert, was einen starken Kontrast zu Nellys kindlicher, offener Art darstellt.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist Freitagabend, 18 Uhr. Trotz der sp\u00e4ten Uhrzeit tummeln sich viele Menschen im Keller des Marie-Curie-Gymnasiums, der direkt unter den Kunstr\u00e4umen liegt. 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