{"id":41749,"date":"2016-08-05T13:51:15","date_gmt":"2016-08-05T11:51:15","guid":{"rendered":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/?post_type=younews&#038;p=41749"},"modified":"2025-07-11T09:56:10","modified_gmt":"2025-07-11T07:56:10","slug":"freiwilligendienst-in-thailand-zwischen-arm-und-reich","status":"publish","type":"younews","link":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/news\/freiwilligendienst-in-thailand-zwischen-arm-und-reich\/","title":{"rendered":"Freiwilligendienst in Thailand \u2013 zwischen Arm und Reich"},"content":{"rendered":"<p>In den Sommerfeien war ich Englischlehrerin in Thailand. Drei Wochen lang bin ich zusammen mit 17 weiteren Sch\u00fclern meiner Stufe und vier Lehrern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums durch Thailand gereist. Wir haben Freiwilligenarbeit geleistet und haben die verschiedensten Orte und Menschen kennengelernt. Dabei habe ich eine Vielfalt gesehen, die ich in einem einzelnen Land nicht f\u00fcr m\u00f6glich gehalten h\u00e4tte. Von Slums \u00fcber das Paradies bis hin zu Trubel und Chaos, Thailand ist ein Land voller Vielfalt und Unterschiede.<\/p>\n<p><strong>Singburi &#8211; Das l\u00e4ndliche Schulleben<\/strong><\/p>\n<p>Singburi ist ein kleines Gebiet n\u00f6rdlich von Bangkok, in dem die anderen Sch\u00fcler und ich zwei Wochen als Englischlehrer Freiwilligenarbeit geleistet haben und so die Menschen und die Kultur Thailands hautnah kennengelernt haben. Auch wenn es einige Verst\u00e4ndigungsprobleme gab, da wir kein Thai und die Lehrer und Sch\u00fcler dort nur begrenzt Englisch sprachen, kamen wir ganz gut zurecht und verst\u00e4ndigten uns irgendwie mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen.\u00a0<\/p>\n<p>Unser Alltag sah dort so aus, dass wir morgens zur Schule fuhren und bis zur Mittagspause unterrichteten. Der Unterricht bestand gr\u00f6\u00dftenteils aus Flashkarten, Ab- und Ausmalen und Singen. Dies lag aber daran, dass wir die erste bis dritte Klasse unterrichteten, die nicht mal ihren Namen sagen konnten. Zum Mittag gab es dann wie beinahe jeden Tag Reis mit Eis und Fischsauce. Das werde ich wahrscheinlich die n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahre nicht mehr sehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nachmittags hie\u00df es dann f\u00fcr uns &#8220;Activity Time&#8221;, was eigentlich lockerer Sportunterricht und fast schon wie eine Freistunde war, bei der Volleyball, Boccia und Sepak-Takraw (eine Mischung aus Fu\u00dfball und Volleyball im Badmintonfeld) gespielt wird.\u00a0<\/p>\n<p>Die thail\u00e4ndischen Sch\u00fcler hingen seit dem ersten Tag an unseren Lippen und wollten alles mit uns machen, so dass wir also bei 35 Grad in der Mittagssonne Volleyball spielten und uns blaue Flecken an den Kn\u00f6cheln vom Sepak Takraw holten.\u00a0<\/p>\n<p>Dennoch lernten auch wir von den Kindern sehr viel. Als Geschenk f\u00fcr unsere M\u00fchen bekamen wir von den Kindern Wertsch\u00e4tzung, viel L\u00e4cheln, Umarmungen und Liebe. F\u00fcr sie waren wir in dieser kurzen Zeit ein so gro\u00dfer Bestandteil ihres Lebens geworden, dass bei unserem Abschied sogar einige Tr\u00e4nchen flossen. Die strahlenden Kinderaugen waren beinahe das Sch\u00f6nste unserer Zeit dort.<\/p>\n<p><strong>Tempel, Tempel und noch mehr Tempel &#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Lauter Tempel. So kann man Ayutthaya, die alte Hauptstadt Thailands, wohl am besten beschreiben. Innerhalb eines Tages haben wir uns f\u00fcnf verschiedene Tempel angesehen und viele alte Tempelruinen, die beim Krieg gegen die Khmer zerst\u00f6rt worden waren. Alles hat gegl\u00e4nzt und war so farbenfroh geschm\u00fcckt, dass manche Tempel tats\u00e4chlich heilig aussahen.\u00a0<\/p>\n<p>Es gab auch lustige Sehensw\u00fcrdigkeiten wie einen Fu\u00dfabdruck von Buddha (der seit 2000 Jahren tot ist und nat\u00fcrlich zwei F\u00fc\u00dfe hatte) und so manche Denkm\u00e4ler, in denen angeblich Asche von ihm drin liegt. Was aber am meisten auff\u00e4llt ist, dass Buddhisten sehr abergl\u00e4ubisch sind und viel an ihre Tempel spenden. Beinahe alles in diesen Tempeln bringt Gl\u00fcck und nat\u00fcrlich kostet all dies eine kleine Spende. Neben unz\u00e4hligen Touristen besuchen auch viele Einheimische die Tempel, um zu beten und zu spenden. In einer Spendenbox habe ich sogar einen 100.000-Baht-Schein gesehen. Das sind etwa 2.800 Euro. Die Tempelruinen lassen einen erahnen, wie prachtvoll die Stadt einmal gewesen sein muss. Alles erinnert an Prunk, Glanz und Vollkommenheit.<\/p>\n<p><strong>Das Paradies auf Erden<\/strong><\/p>\n<p>Ein Paradies ist die kleine Insel Koh Samet bestimmt. S\u00fcdlich von Bangkok mitten im thail\u00e4ndischen Golf liegt sie mit ihren wei\u00dfen Str\u00e4nden und dem t\u00fcrkisfarbenen Meer. Um die Insel herum verl\u00e4uft eine einzige Stra\u00dfe, die zu den einzelnen Strandabschnitten f\u00fchrt. Das komplette Landesinnere ist wilder Urwald und beinahe unbewohnt.<\/p>\n<p>Die Bev\u00f6lkerung lebt in der N\u00e4he der Strandes und verdient ihr Geld mit Souvenir- und Kleidungsl\u00e4den. Die meisten sind also von den Touristen abh\u00e4ngig. Auff\u00e4llig ist noch, dass neben den ausl\u00e4ndischen Touristen auch viele Thail\u00e4nder dort hinfahren, um Urlaub zu machen.<\/p>\n<p>Koh Samet ist icht die Hauptinsel, auf der die meisten Touristen zu finden sind, sondern etwas kleiner und abgelegener. Deshalb ist es f\u00fcr die einheimische Bev\u00f6lkerung wohl auch reizvoller. Die Str\u00e4nde sind beinahe leer und man hat am Tag seine Ruhe. Auch kann man ohne Gedr\u00e4nge in den Souvenirl\u00e4den reinschauen.\u00a0<\/p>\n<p>Nachts \u00f6ffnen dann die Strandbars ihre Pforten und der Strand wird zur Nebensache. In Sitzs\u00e4cken nur 15 Meter vom Meer entfernt schl\u00fcrft man Cocktails und tanzt zur Musik. Viele Bars sind geschm\u00fcckt mit Lichterketten und locken mit Angeboten, die hier in Deutschland unvorstellbar sind. Ein Cocktail kostet w\u00e4hrend der Happy Hour, die quasi den ganzen Tag ist, umgerechnet etwa 3 euro. Die Insel hat also beinahe alles, was man sich von einem entspannten Strandurlaub w\u00fcnscht.<\/p>\n<p><strong>Bangkok \u2013 zwischen arm und reich<\/strong><\/p>\n<p>Die Ankunft in Bangkok war nicht ganz so aufregend wie wir sie uns vorgestellt hatten. F\u00fcr die letzten 500 Meter brauchten wir etwa zwei Stunden und es hat in Str\u00f6men geregnet. Der erste Eindruck von Bangkok war also nicht so toll. Auch das Hotel lie\u00df zu w\u00fcnschen \u00fcbrig, Aber f\u00fcr 15 Euro pro Nacht kann man wohl nicht viel mehr erwarten.\u00a0<\/p>\n<p>Als wir dann abends zum Nachtmarkt gefahren sind, haben wir Bangkok dann in seiner vollen Pracht gesehen und waren fasziniert von den Hochh\u00e4usern und dem verr\u00fcckten, chaotischen Verkehrssystem, das aber trotzdem irgendwie funktioniert.\u00a0<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag haben wir den K\u00f6nigspalast und nochmal zwei Tempel besichtigt. Der K\u00f6nigspalast hat sich seinen Namen wirklich verdient. Es ist eine gro\u00dfe Tempelanlage, die aus mehreren Bereichen besteht und vollkommen geschm\u00fcckt ist mit Porzellan und Gold. Auch haben wir eine Bootstour durch die Kan\u00e4le gemacht und dabei einen Blick auf das arme Bangkok werfen k\u00f6nnen. Die H\u00e4user an den Ufern waren aus Holz und vom h\u00e4ufigen Hochwasser teilweise zerst\u00f6rt. Menschen haben unter Br\u00fccken geschlafen oder an ihren &#8220;H\u00e4usern&#8221; herumgewerkelt. Selbst die dortigen Tempel waren nicht so prunkvoll, sondern strahlten eine gewisse Armut aus.\u00a0<\/p>\n<p>Abends kam dann das komplette Gegenteil: Die &#8220;Above Eleven&#8221;-Rooftop-Bar in der teuersten Gegend Bangkoks. Um einen herum nur Luxushotels und Hochh\u00e4user. Alles strahlte Reichtum aus. Die sonst so billigen Preise konnten locker mit den deutschen mithalten und sogar die Toilette war atemberaubend. Von oben hatte man einen fantastischen Blick auf die Skyline von Bangkok und alles hat gefunkelt und geblinkt. Es war so ein Unterschied zu den Slums am Nachmittag, man hatte das Gef\u00fchl in einer ganz anderen Stadt zu sein.\u00a0<\/p>\n<p>Danach gingen wir noch auf die ber\u00fchmte Backpacker-Party-Stra\u00dfe, die Khaosan Road. Daf\u00fcr gibt es nur ein Wort: verr\u00fcckt. Die Stra\u00dfe war voller junger Menschen, die auf der Stra\u00dfe tanzten und Alkohol aus Bechern tranken. Diese Becher wurden mit Angeboten wie &#8220;Kaufe einen und bekomme einen gratis&#8221; unter die Leute gebracht und trugen wahrscheinlich ma\u00dfgeblich zur guten Stimmung bei. Die verr\u00fccktesten Leute liefen dort herum und man sah alles von Backpackern, in ihren typischen zu gro\u00df wirkenden Hosen, \u00fcber sturzbetrunkene Thail\u00e4nder bis hin zu den f\u00fcr Thailand leider auch bekannten Professionellen, die an schlecht aussehenden, aber reichen Firmenerben hingen.<\/p>\n<p>Am letzten Tag gingen wir shoppen. Zuerst in der MBK Mall, der gr\u00f6\u00dften Shopping Mall Bangkoks, und danach in der Siam Mall, die f\u00fcr ihre ausgew\u00e4hlten Marken bekannt ist. Wir haben also selbst beim Shoppen die Unterschiede von Bangkok hautnah erlebt. W\u00e4hrend es in der MBK Mall eher thail\u00e4ndische L\u00e4den gab und alles fast schon an einen Markt erinnert hat, hat die Siam Mall puren Luxus ausgestrahlt. Dort gab es nur teure Markenl\u00e4den wie Superdry und Victoria&#8217;s Secret.<\/p>\n<p><strong>Land der Unterschiede<\/strong><\/p>\n<p>In keinem anderen Land, wo ich war, geht die Schere zwischen Arm und Reich so weit auseinander. Es ist faszinierend und gleichzeitig erschreckend, wie unterschiedlich die Leute auf dem Land, der Insel und der Stadt leben. Doch genau das macht Thailand so besonders. Wenn man sich die Zeit nimmt und etwas herumreist, erlebt man so viele verschiedene Dinge, dass einem die Zeit auf jeden Fall f\u00fcr immer im Ged\u00e4chtnis bleibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Sommerfeien war ich Englischlehrerin in Thailand. 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