{"id":45288,"date":"2025-05-11T23:13:24","date_gmt":"2025-05-11T21:13:24","guid":{"rendered":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/?post_type=younews&#038;p=45288"},"modified":"2025-07-11T09:18:40","modified_gmt":"2025-07-11T07:18:40","slug":"aus-staub-gemacht-im-widerstand-geboren","status":"publish","type":"younews","link":"https:\/\/juriserver.de\/youpod.stagin\/news\/aus-staub-gemacht-im-widerstand-geboren\/","title":{"rendered":"Aus Staub gemacht, im Widerstand geboren"},"content":{"rendered":"<p>Es ist Muttertag \u2013 ein Tag der Blumen, Fr\u00fchst\u00fcckstabletts und sentimentalen Instagram-Posts. Ein Tag, der M\u00fctter feiert und damit das Leben. Doch ausgerechnet an diesem Tag wird im <strong>Theater an der Ruhr<\/strong> in <strong>M\u00fclheim<\/strong> ein St\u00fcck gezeigt, das von Frauen erz\u00e4hlt, deren Leben auf grausame Weise beendet wurden. &#8220;<strong>Staubfrau<\/strong>&#8221; hei\u00dft das Werk der Dramatikerin <strong>Maria Milisavljevi\u0107<\/strong>, das keinen Zweifel daran l\u00e4sst: Gewalt hat ein Geschlecht. Im Auftrag des <strong>Schauspielhaus <\/strong><b>Z\u00fcrich<\/b> geschrieben, stellt sich das St\u00fcck dem Vergessen entgegen \u2013 den Schlagzeilen, die von \u201eFamiliendramen\u201c sprechen, wenn Frauen ermordet werden, nur weil sie Frauen sind. F\u00fcr diesen Text wurde Milisavljevi\u0107 f\u00fcr den <strong>M\u00fclheimer Dramatikpreis<\/strong> nominiert; die Urauff\u00fchrungsinszenierung von <strong>Anna Stiepani<\/strong> ist nun im Rahmen der Theatertage am 11. und 12. Mai zu sehen.<\/p>\n<p>Stiepani bringt eine Inszenierung auf die B\u00fchne, die sich bewusst gegen lineare Erz\u00e4hlstrukturen entscheidet. Statt Handlung: eine Komposition aus poetischer Sprache, aufgeladener K\u00f6rperlichkeit und visuellen Bildern, die sich zu einem kollektiven Erinnern verdichten. Die drei zentralen Figuren \u2013 Gro\u00dfmutter, Mutter und Tochter \u2013 werden von <strong>Anita Iselin Soubeyrand<\/strong>, <strong>Nancy Mensah-Offei<\/strong> und <strong>Lola Dockhorn<\/strong> gespielt. Ihre Stimmen \u00fcberlagern sich, fallen sich ins Wort, widersprechen sich und ergeben doch ein eindrucksvolles Ganzes. Die &#8220;Staubfrau&#8221; selbst erscheint als Figur zwischen Mythos und Wirklichkeit, als eine Stimme derer, die verstummt wurden \u2013 ausgel\u00f6scht, aus Akten und Medien verschwunden.<\/p>\n<p>Was &#8220;Staubfrau&#8221; so eindringlich macht, ist sein Widerstand gegen Vereinfachung. Keine T\u00e4terpsychologie, keine Dramatisierung des Grauens, kein kathartischer Trost. Stattdessen: Klarheit. Ein ausgestreckter Arm, der sagt: Schau nicht weg. Besonders eindrucksvoll ist das St\u00fcck dort, wo es konkret wird \u2013 wo reale Namen genannt werden, wo Schweigen lauter ist als jede Musik. Die B\u00fchne wird zu einem Raum, der eigentlich zu klein ist f\u00fcr all das, was gesagt werden muss.<\/p>\n<p>F\u00fcr ein junges Publikum ist diese Inszenierung mehr als ein Theaterabend \u2013 sie ist ein politisches Statement, eine Einladung zum Mitf\u00fchlen und Mitdenken. &#8220;Staubfrau&#8221; ist w\u00fctend, z\u00e4rtlich, klar \u2013 und lange nachwirkend. Dass es am Muttertag gezeigt wird, ist kein Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung: Die Wertsch\u00e4tzung von Frauen beginnt nicht bei Blumen, sondern bei Sicherheit, Sichtbarkeit und Gerechtigkeit. Und vielleicht ist das die st\u00e4rkste Botschaft dieses St\u00fccks: Dass wir reden m\u00fcssen \u2013 solange andere zum Schweigen gebracht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist Muttertag \u2013 ein Tag der Blumen, Fr\u00fchst\u00fcckstabletts und sentimentalen Instagram-Posts. Ein Tag, der M\u00fctter feiert und damit das Leben. 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